Wirtschaft in Sachsen: Habecks Osterpaket; Touristen geben Bestnoten; Kredit für VNG; Köpping im Podcast

Wirtschaft in Sachsen – Das Wochen-Briefing

Habecks “Osterpaket” + Touristen geben Sachsen Bestnoten + Kredit für Gashändler VNG + Rekordzahl an Lehrstellen + Wirrwarr um Quarantäne: Köpping im Podcast


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In 13 Jahren soll Deutschland seinen Strom überwiegend aus erneuerbaren Quellen beziehen. Um das zu schaffen, startet Sachsen jetzt eine Taskforce.
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in Europa herrscht Krieg. Gräueltaten an Zivilisten bestimmen die Fernsehbilder. Dennoch hat die Sächsische Zeitung am Dienstag eine Sonderausgabe zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz in Sachsen gewagt – zugleich der Startschuss zu einer Themenwoche auf schsische.de. Passt das jetzt?

Auf den ersten Blick vielleicht nicht, auf den zweiten schon. Erst die Corona-Pandemie und jetzt der brutale Krieg in der Ukraine haben uns gezeigt, wie schockanfällig unsere Gesellschaften sind. Beides wie auch der aktuelle Bericht des Weltklimarats zwingen uns in vielen Bereichen zur Umkehr. Vor 50 Jahren kam der Bericht des Club of Rome “Grenzen des Wachstums” heraus, einer der wichtigsten Nachhaltigkeitsberichte. Heute reden die Politiker nicht von Grenzen des Wachstums, sondern versprechen ein grünes Wirtschaftswachstum in dem Sinne, dass das Bruttoinlandsprodukt weiter steigt und zeitgleich die Umweltschäden dank sinkneuer Technolog. Kann das gehen? Professor Stefan Brunnhuber, einziges Mitglied im Club of Rome aus Sachsen, glaubt “Ja”, aber nur mit einem anderen Geld- und Finanzsystem. Und meine Kollegin Johanna Lemke schildert in ihrem ehrlichen Essay die Grenzen nachhaltigen Lebens, an die sie persönlich stößt.

Nach Erscheinen der Sonderausgabe bekam ich die Mail einer Leserin mit dem Vorschlag. “Kehren wir doch zu DDR-Verhältnissen zurück. Wir würden sofort nachhaltig leben. Obst und Gemüse gibt es nur noch saisonal, keine Handys, sondern Telefonzellen.” Das war natürlich sarkastisch gemeint. Doch so falsch liegt die Leserin gar nicht. Wir müssen nicht zurück in die DDR, aber sollten uns vielleicht darauf besinnen, was damals normal war – wenn auch aus Mangelgründen. Bei meinem Besuch der Dresdner Spitzen- und Gardinenmanufaktur M&S. Schröder erzählte mir die Leiterin der Wirkerei, dass ihre lteren Mitarbeiterinnen die jüngeren beim Ressourcensparen mitziehen, “weil s der Vergangenheit mit”.

Die Initiativen und Projekte, die wir diese Woche vorstellen werden, sollen zeigen, wie sich Menschen im Freistaat auf den Weg machen zu einer intergenerationell gerechteren Gesellschaft. Das ist nur der Anfang. Auf sächsische.de finden Sie unsere Themenseite “Nachhaltigkeit”, über die wir künftig alle Interessierten auf dem Laufenden halten wollen, was sich in punkto Nachhaltigkeit und Klimaschutz in Sachsen tut.

Kommen Sie gut durch den Tag und bleiben Sie gesund.

Ihre Nora Miethke, Leiterin Wirtschaftsredaktion sächsische.de

Das Wichtigste aus Sachsens Wirtschaft

+++ Sachsen gründet “Taskforce Erneuerbare Energien” +++

Nachdem Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck am Mittwoch ein “Osterpaket” für den Ausbau von Wind- und Sonnenergie sowie der Stromnetze vorgestellt hat, kündigt Sachsens Umweltminister Wolfram Günsch an- Dr. Dazu soll eine “Taskforce erneuerbare Energien” gehören – also eine durchsetzungsfähige Gruppe, die in der Landesregierung Streit um geeignete Flächen für Wind- und Solarparks schlichtet. Laut Bundesregierung soll Deutschland seinen Strom binnen 13 Jahren weitgehend aus erneuerbaren Quellen beziehen. Um diese Ziele zu erreichen, soll der Bau von Windrädern und Solaranlagen künftig als “im überragenden öffentlichen Interesse” gelten – und damit im Streitfall Vorrang erhalten. Saechsische.de erklärt, was genau auf Bundesebene und in Sachsen geplant ist.

+++ Touristen geben Sachsen Bestnoten +++

In einem Ranking der Gästezufriedenheit geht Sachsen als das beliebteste Reiseland in Ostdeutschland hervor. Das ergab eine Auswertung von 250 Bewertungsportalen durch die Plattform TrustYou. Mit 86,5 von 100 möglichen Punkten erzielte Sachsen einen neuen Bestwert seit Auswertungsbeginn 2015. Besonders das Erzgebirge, die Sächsische Schweiz und die Oberlausitz wurden gut bewertet. Um die gute Servicequalität zu halten, braucht Sachsen nun aber dringend Fachkräfte in der Gastronomie und Hotellerie. Der Landestourismusverband Sachsen hat deshalb mit Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) und der Dehoga eine Kampagne organisiert.

+++ VNG bekommt Kredit +++

Der Gashandelskonzern VNG, mit fast 1.500 Beschäftigten einer der größten privaten Arbeitgeber in Sachsen, ist durch den Ukraine-Krieg mit Unsicherheiten konfrontiert. Der Vorstandsvorsitzende Ulf Heitmüller wollte bei der Vorlage der Bilanz in Leipzig keine Prognose für das Geschäftsjahr 2022 abgeben. Das Jahr werde “herausfordernd”, der russische Angriffskrieg sei eine Zäsur für das Unternehmen, sagte Heitmüller. Einen großen Liefervertrag mit Gazprom lässt die VNG zum Jahresende auslaufen. Wie die Freie Presse berichtet, erhält das Unternehmen einen Back-Up-Kredit der staatlichen Förderbank KfW. Eine der großen Aufgaben für die VNG sei es jetzt, neue Bezugsquellen für Gas zu erschließen.

Derweil wird immer deutlicher, dass von einem langanhaltenden Erdgas-Lieferstopp aus Russland zunächst einzelne Unternehmen in Sachsen betroffen sein könnten. Das haben einzelne Energieversorger und die Landesregierung gegenüber saechsische.de klargemacht. Nach Angaben des Chemnitzer Regionalversorgers Envia-M gibt es zwar in der Industrie auch “Abschaltkunden”, mit denen mögliche Lieferunterbrechungen bei Engpässen vertraglich vereinbart sind. Doch eine feste Liste zur Rangfolge und Bedeutung der Industrie für die Versorgung gibt es demnach nicht. Die Landesregierung spricht von “Einzelfallentscheidungen”, die zum Abschalten von Fabriken getroffen werden werden müssten.

+++ Rekordzahl an Lehrstellen +++

Sachsens Arbeitsagentur vermeldet eine Rekordzahl an Lehrstellen. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag mitteilte, stehen die Chancen auf den Wunschberuf in fast allen Branchen bestens. “Noch nie war die Situation für junge Menschen so komfortabel”, sagte Geschäftsführer Klaus-Peter Hansen in Dresden. In Sachsen sind noch 12.258 Lehrstellen im aktuellen Ausbildungsjahr frei. Die Betriebe meldeten 17.562 Ausbildungsplätze, gut 2.000 mehr als 2020 – ein Rekordwert. Die Regionaldirektion registrierte seit Oktober 2021 bisher 14.360 Jugendliche auf Lehrstellensuche, 115 weniger als zum Vorjahreszeitpunkt. Etwa 5.300 Lehrstellen konnten bislang besetzt werden. Hansen sagt voraus, dass auch in diesem Jahr nicht alle Betriebe passende Jugendliche finden werden.

+++ Viele tragen beim Einkaufen weiterhin Maske +++

Obwohl die meisten Corona-Regeln und damit auch die Maskenpflicht gestrichen sind, tragen viele Menschen beispielsweise beim Einkauf weiterhin einen Mund-Nasen-Schutz. Das ergibt eine Recherche von saechsische.de unter anderem in Dresden. Demnach trugen zu Wochenbeginn je nach Supermarkt oder Drogerie und je nach Stadtteil mindestens die Hälfte der Kunden weiterhin eine Maske. Ein hnliches Bild ergibt sich auch in der Region Meißen. Im Prinzip könnten die Supermärkte einen Besuch an eine Maskenpflicht koppeln und auf ihr Hausrecht pochen. In der Realität streben das aber zumindest die großen Handelsketten nicht an. Zuletzt hatte auch eine repräsentative Umfrage ergeben, dass rund jeder zweite Sachse weiterhin einen Mund-Nasen-Schutz an bestimmten Orten tragen will.

Im neuen Sächsische.de-Podcast spricht Gesundheitsministerin Petra Köpping über das Hin und Her bei der Quarantäne, die Impfpflicht ab 60 und das Lockern trotz hoher Infektionszahlen.

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