Unternehmen weltweit investieren verstärkt in IT-Sicherheit

Die Pandemie beschleunigt den Weg zur umfassenden Observability Unternehmen weltweit investieren verstärkt in IT-Sicherheit

Von Klaus Kurz

Seit Beginn der Pandemie hat sich auch in der IT vieles verändert. Denn das Arbeitsleben ist nun dezentralisierter. Mobiles Arbeiten ist zum Alltag geworden – mit ganz neuen Herausforderungen an Sicherheit und Resilienz.

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IT-Verantwortliche haben weltweit das Ziel, rasch und nachhaltig vollständige Observability zu erreichen. Nur so erhalten Unternehmen die Rundum-Sicht auf alle Telemetriedaten, einschließlich Metriken, Events, Traces und Logs.

(FA ja Joos – 10 Tipps für mehr Sicherheit in Azure SQL 47967070 ja Kurhan – stock.adobe.com)

Nicht nur die Zusammenarbeit im Unternehmen, auch die Kommunikation zwischen Unternehmen und Kund: innen hat hat sich verändert. Es gab einen gigantischen Schub bei der Digitalisierung. McKinsey fand jüngst heraus: Der Anteil digitaler Kundenkontakte liegt jetzt auf einem Niveau, das unter üblichen Bedingungen erst ganze drei Jahre später erreicht worden wäre. Ein massiver Sprung nach vorn.

Eine reibungslos funktionierende IT ist daher wichtiger denn je. Beunruhigend ist vor diesem Hintergrund, dass viele Unternehmen geradezu hektisch Ressourcen in die Cloud verlagern, dabei jedoch nicht sämtliche Komponenten ihres Stacks im Auge behalten. 80 Prozent der Unternehmen arbeiten teilweise mit veralteten Komponenten im Stack.

Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist, dass mehr als zwei Drittel der Unternehmen ihr Sicherheitsbudget aufgrund der Pandemie und des damit einhergehenden Digitalisierungsschubs deutlich erhöht haben, so nachzulesen im State of Security Operations Report von Micro Focus.

62 Prozent der Unternehmen beklagen mindestens einen IT-Systemausfall wöchentlich

Dass Handlungsbedarf bei Resilienz, Security und damit auch Observability besteht, bestätigt auch das Ergebnis des im Herbst 2021 erschienenen New Relic Observability Forecast. Die Studie zeigt, dass 62 Prozent der befragten Unternehmen einen oder mehrere IT-Systemausfälle pro Woche zu beklagen hatten. Drastischer noch: 20 Prozent der Unternehmen verzeichneten einmal pro Tag einen Ausfall, 7 Prozent gar noch häufiger. Die Incident Readiness ist bei vielen Unternehmen demnach nicht sonderlich ausgeprägt. Observability kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten. Sie ermöglicht es Verantwortlichen, Anomalien und Angriffe frühzeitig zu erkennen und abzuwehren und damit Downtimes zu verhindern. Der New-Relic-Studie nach besteht noch großer Handlungsbedarf: So sehen 74 Prozent der Verantwortlichen Verbesserungspotenzial bei ihrer Observability-Praxis.

Doch bei allem Verbesserungspotenzial – bei den Befragten der New-Relic-Studie ist eine Erkenntnis offensichtlich weit gediehen: Observability erleichtert es, den Überblick zu behalten und schafft damit Freiraum, für mehr Sicherheit und Anwenden von IT-sorgenu. Das gilt für On-Premise-Anwendungen, aber auch für containerbasierte Kubernetes-Anwendungen in der Cloud.

72 Prozent der in Deutschland Befragten planen laut New Relic Observability Forecast 2021, ihr Observability-Investment 2022 zu erhöhen. Weitere 22 Prozent möchten die Ausgaben unverändert lassen. Lediglich 6 Prozent planen eine Verringerung ihres Observability-Budgets. Das erstaunt nicht, denn der Leidensdruck ist hoch: Es fehlt die Übersicht. 72 Prozent aller weltweiten Studentiilnehmer gaben an, mindestens zwei verschiedene Werkzeuge zu nutzen, um die Systemgesundheit im Blick zu behalten. 13 Prozent der IT Professionals verwenden sogar 10 Tools.

90 Prozent bescheinigen Observability eine strategisch wichtige Rolle für ihr Unternehmen

Weltweit wurden für die Studie Unternehmen in Amerika, Asien und Europa befragt. Davon sind 90 Prozent aller Befragten der Meinung, dass Observability eine strategisch wichtige Bedeutung für ihr Unternehmen hat. 91 Prozent aller IT-Entscheider: innen bescheinigen Observability an jedem Punkt des Software-Lebenszyklus kritische Bedeutung. Dies sowohl während der Planung als auch im operativen Geschäft. 42 Prozent identifizieren Observability als wichtigen Faktor im Rahmen der digitalen Transformation. Ein Viertel stellt fest, ihr Unternehmen sei durch Observability effektiver.

Fachleuten ist also längst klar, wie sehr Observability zu Sicherheit und Effizienz der IT und des ganzen Unternehmens beiträgt. Mit umfassender Observability lässt sich IT-Sicherheit erst konsequent leben. Schließlich entstehen, nicht nur durch Containerisierung, immer komplexere Wechselwirkungen zwischen Infrastruktur-Komponenten, Apps, Netzwerken und weiteren Systemen. Klassische Security- und Monitoring-Tools sind ein erster richtiger Schritt, liefern aber nicht den holistischen Blick auf das Zusammenspiel der Komponenten in ihrem Stack.

Die Top 3 der Observability-Chancen

Zentrale Vorteile von Observability für den Geschäftsbetrieb sind laut den Befragten des New Relic Observability Forecast die folgenden:

  • 1. 27 Prozent sehen eine höhere Geschwindigkeit bei der Entwicklung sowie mehr Qualität und Agilität.
  • 2. 25 Prozent bringen Observability mit mehr Kosteneffektivität in Verbindung.
  • 3. 23 Prozent erwarten eine verbesserte digital Nutzererfahrung.

Diese Umfrageergebnisse liefern IT-Verantwortlichen hervorragende Argumente für den internen Ruf nach zusätzlichen Ressourcen. Denn offensichtlich führt Observability nicht nur zu mehr Sicherheit durch besseren Überblick sowie zu einer zeitlichen Entlastung der IT. Sie zahlt auch direkt auf das Geschäftsergebnis ein. Das dürfte für manchen CEO ein vielversprechender Ausblick sein als lediglich das abstrakte Argument “noch mehr Sicherheit”.

Wo liegen die Hürden bei der Observability-Implementierung?

Auch wenn Unternehmen die Wichtigkeit von Observability erkannt haben: Es fehlt oft an Strategie und Roadmap für deren Implementierung. Nur etwa die Hälfte der Firmen gab an, bereits das Stadium der Implementierung ihrer Observability-Strategie erreicht zu haben. From stellt sich die Frage: Woran hakt es, wenn die Bedeutung doch bereits erkannt wurde?

Es fehlt vor allem an Ressourcen, das sagen 38 Prozent. 29 Prozent geben an, es mangle an Expertise. Konsequenz: 60 Prozent gehen das Monitoring ihrer Telemetriedaten nach wie vor auf Anwendungsebene an. Die Folge sind Blind Spots. Aufgrund des fehlenden Überblicks bleiben ganze Stack-Bereiche unbeobachtet und können zu Einfallstoren für Angriffe werden.

Wichtig ist daher, dass IT und C-Levels an einem Strang ziehen. Ihre Aufgabe ist es, gemeinsam ausreichend Ressourcen für die anstehende Observability-Einführung zu definieren und zu schaffen. Eine klare Strategie und Roadmap sind die besten Voraussetzungen.

Fazit: Den C-Levels die Vorteile von Observability vor Augen führen

Die Rückmeldungen aus der New-Relic-Studie zeigen klar: IT-Verantwortliche haben weltweit das Ziel, rasch und nachhaltig vollständige Observability zu erreichen. Nur so erhalten Unternehmen die Rundum-Sicht auf alle Telemetriedaten, einschließlich Metriken, Events, Traces und Logs. Vorhandene Monitoring-Lösungen sollten in eine zentrale Observability-Plattform einbezogen werden, mit der sich der gesamte Stack kontrollieren lässt. Observability erhöht Effizienz, Resilienz und Sicherheit über den gesamten Lifecycle des Stacks und seiner Komponenten hinweg, von der Planung über die Implementierung bis hin zum Betrieb. Mit einer Bepreisung abhängig vom Verbrauch sind die Kosten für Observability überschaubar. Schneller klappt die Einführung, wenn IT-Entscheider: innen ihren C-Levels die eindeutigen Business-Vorteile von Observability aufzeigen. Es geht nicht nur um mehr Sicherheit, sondern auch um mehr Effizienz, Kosteneffektivität und bessere Nutzererfahrung. Diese Argumente versteht das Topmanagement. Damit ist der IT die Unterstützung bei der nun immer vordringlicher werdenden Observability-Einführung gewiss.

Über die Studie: Für den ersten jährlichen New Relic Observability Forecast hat CITE Research nahezu 1.300 Engineers, Entwickler, IT Leaders und Executives befragt. Regional umfasst die Studie Amerika, Asien und Europa.

Über den Autor: Klaus Kurz ist seit Herbst 2019 Director, Solutions Consulting Central Europe bei New Relic. Hier führt er ein stetig wachsendes Team an Solution Engineers, Solution Consultants und Solution Architects, das Kunden bei der Umsetzung ihrer Digitalisierungspläne unterstützt. Zuvor arbeitete er 15 Jahre bei Adobe und füllte Positionen vom Manager Business Development bis zum Head of Solution Consulting für Zentral- und Osteuropa.

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