Ukraine bringt 3000 Zivilisten aus Region Donezk in Sicherheit

Ukrainische Soldaten patrouillieren in der umkämpften Region Donezk.Bild: AP / Nariman El-Mofty

Ukraine-Blog

Bald ein halbes Jahr dauert der Angriffskrieg von Russland gegen die Ukraine bereits an. Ein Ende ist nicht in Sicht. Die schweren Kämpfe in der Ukraine gehen weiter. Zuletzt ist erneut das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja in den Fokus der russischen Truppen gerückt. Das Akw steht unter russischer Kontrolle und wurde mehrfach mit Raketen beschossen. International wächst die Sorge um eine Eskalation bei Europas größtem Atomkraftwerk.

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9. August

18.20 Uhr: Ukraine bringt 3000 Zivilisten aus Region Donezk in Sicherheit

Die Ukraine hat mehr als 3000 Zivilisten aus der schwer umkämpften Region Donezk im Osten des Landes fortgebracht. In den vergangenen sechs Tagen seien mehr als 3000 Menschen in Sicherheit gebracht worden, darunter fast 600 Kinder und 1400 Frauen, teilte der Vizechef der Präsidialverwaltung, Kyrylo Timoschenko, am Dienstag mit. Die Evakuierung dauere an.

Laut Timoschenko haben seit der russischen Invasion im Februar 1.3 Millionen Menschen die Region verlassen. Viele der nach ukrainischen Angaben noch verbliebenen rund 350,000 Bewohner – darunter 50,000 Kinder – zögern jedoch, from ihnen die Mittel zum Neuanfang fehlen und sie nicht wissen, wohin sie gehen sollen.

17.38 Uhr: Moskau stellt Zugang zu besetztem AKW in Ukraine in Aussicht

Russland will eigenen Angaben zufolge einen Besuch der Internationalen Atombehörde im kürzlich beschossenen Kernkraftwerk Saporischschja im von eigenen Truppen besetzten Süden der Ukraine ermöglichen. “Von unserer Seite aus sind wir bereit, maximal mögliche Unterstützung zur Lösung organizerischer Fragen zu leisten”, teilte das russische Außenministerium am Dienstag mit. Zugleich beschuldigte Moskau die Vereinten Nationen, eine bereits geplante Inspektionsreise angeblich abgesagt und damit eine neue Eskalation herbeigeführt zu haben.

Das in der Stadt Enerhodar gelegene AKW Saporischschja war am vergangenen Wochenende mehrfach beschossen und teils beschädigt worden. Die kritische Infrastruktur soll aber weiter intakt sein. Russland und die Ukraine geben sich gegenseitig die Schuld. Unabhängig zu überprüfen sind die Vorwürfe bislang nicht.

13.00 Uhr: Russische Öl-Lieferungen durch Ukraine eingestellt

Durch die Druschba-Pipeline fließt nach Angaben der Betreiberfirma seit Donnerstag kein russisches Erdöl mehr durch die Ukraine nach Europe. Die Lieferungen seien eingestellt worden, nachdem eine Banktransaktion aufgrund westlicher Sanktionen gegen Russland abgelehnt worden sei, erklärte das russische Staatsunternehmen Transneft am Dienstag. Über die Leitung werden vor allem Ungarn, die Slowakei und Tschechien versorgt.

Die Druschba-Pipeline endet in Schwedt in Brandenburg.

Die Druschba-Pipeline endet in Schwedt in Brandenburg.Bild: dpa / Monika Skolimowska

10.38 Uhr: Kein Hinweis auf freigesetzte Radioaktivität in Akw Saporischschja

Nach dem Beschuss des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bislang keine Hinweise auf freigesetzte Radioaktivität. “Es liegen keine Hinweise vor, dass in der Ukraine radioaktive Stoffe freigesetzt worden sein könnten”, teilte das Amt den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag) mit. Alle vorliegenden radiologischen Messwerte bewegten sich demnach “im normalen Bereich”. “Das BfS sieht keine akute Gefahr einer Freisetzung von radioaktiven Stoffen, teilt aber die Sorge um einen dauerhaft sicheren Betrieb des AKW Saporischschja.”

Moskau und Kiew hatten sich in den vergangenen Tagen wiederholt gegenseitig für Angriffe auf das AKW verantwortlich gemacht. Unabhängig lassen sich die Angaben nicht überprüfen.

Die russischen Besatzungstruppen stationieren eigenen Angaben zufolge Luftabwehrsysteme rund um die Anlage. “Die Luftabwehrsysteme des Kraftwerks werden verstärkt”, sagte der Chef der von Moskau eingesetzten Militärverwaltung in der Region, Jewgeni Balizki, am Dienstag im russischen Staatsfernsehen. Balizkis Angaben zufolge arbeitet das Kraftwerk derzeit normal. Die Stromleitungen und beschädigten Blöcke des Meilers seien repariert, sagte er.

Das Atomkraftwerk bei Saporischschja ist das größte Europas.

Das Atomkraftwerk bei Saporischschja ist das größte Europas. Bild: imago / Ukrinform

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(and / dpa)

Der US-Journalist Thomas Friedman berichtet von Zweifeln amerikanischer Beamter an der ukrainischen Regierung. Der Tenor: Man habe Sorge vor Korruption und Waffenschleuser-Tätigkeiten. Auch “Amnesty International” übt heftigste Kritik an der Ukraine – vor allem am Militär.

“Lassen die USA Selenskyj fallen” trendete am Donnerstagabend auf Twitter. Der renommierte US-Journalist Thomas Friedman schreibt in seinem Meinungsartikel für die “New York Times”: Zwischen dem Weißen Haus und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj herrsche ein tiefes Misstrauen.

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