Ukraine aktuell: IAEA forciert Gespräche über Sicherheit um AKW Saporischschja | Aktuell Europe | DW

Das Wichtigste in Kürze:

  • IAEA-Chef Rafael Grossi zu Gesprächen in Kiew erwartet
  • Achtes EU-Sanktionspaket gegen Russland soll in Kraft treten
  • Ukrainische Armee rückt offenbar weiter vor
  • Ukraine möchte Fußball-WM 2030 mit ausrichten

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, wird zu Gesprächen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew erwartet. Grossi, der von Kiew nach Moskau weiterreisen will, twitterte während der Anreise: “Der Bedarf für eine nukleare Sicherheitszone um das Atomkraftwerk Saporischschja ist dringender denn je.” Erwartet werden Gespräche mit Präsident Wolodymyr Selenskyj, Energieminister Herman Haluschtschenko und dem Chef des ukrainischen AKW-Betreibers Energoatom, Petro Kotin.

IAEA-Chef Rafael Grossi hofft auf eine Einigung auf eine Sicherheitszone um das AKW

Der ukrainische AKW-Betreiber Energoatom warf Moskau vor, mit der Verlagerung des Betreibersitzes nach Moskau ein “Pseudo-Unternehmen” zu schaffen. Russland hatte am Mittwoch das von russischen Soldaten besetzte Atomkraftwerk offiziell unter die Aufsicht russischer Behörden gestellt. Durch ein von Präsident Wladimir Putin unterzeichnetes Dekret geht die Anlage, die weiterhin von ukrainischem Personal betrieben wird, in russischen Staatsbesitz über.

Die Atomanlage geriet in den vergangenen Monaten immer wieder unter Beschuss, für den sich Moskau und Kiew gegenseitig verantwortlich machten. Der Beschuss sowie Kämpfe in der Nähe des größten Kernkraftwerks in Europe schüren die Angst vor einer Atomkatastrophe.

EU bringt achtes Sanktionspaket auf den Weg

Das neue Sanktionspaket der Europäischen Union seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine durchläuft derzeit ein abschließendes Genehmigungsverfahren. Die Einigung muss noch im schriftlichen Verfahren von den EU-Staaten bestätigt werden. Dies sollte bis Donnerstagvormittag geschehen. Dann kann das Sanktionspaket in Kraft treten. Die ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten billigten unter anderem die rechtlichen Voraussetzungen für einen von den G7-Staaten unterstützten Preisdeckel für Ölimporte aus Russland.

Ukraine Armee rückt weiter vor

Ukrainische Soldaten, erfolgreich auf dem Vormarsch in der Region Donezk

Ukrainische Armee rückt offenbar weiter vor

Die Ukraine hat nach Darstellung von Präsident Wolodymyr Selenskyj drei weitere Siedlungen in der südlichen Region Cherson zurückerobert. Nowowoskresenske, Nowogrygoriwka und Petropawliwka seien “in den vergangenen 24 Stunden befreit worden”. Die von Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache genannten Orte liegen alle nordöstlich der Stadt Cherson. Die jüngsten russischen Angriffe mit iranischen Kampfdrohnen auf ukrainische Städte nannte Selenskyi zwecklos. “Das hilft Euch schon nicht mehr. Ihr habt schon verloren”, wandte er sich an die russische Führung. Diese könne ihre eigenen Soldaten nicht mehr motaeren.

Ukraine-Krieg - Wolodymyr Selenskyj

Wolodymyr Selenskyi: “Die Ukrainer wissen wofür sie kämpfen, anders als die russische Armee”

Die Ukraine meldet seit Tagen Geländegewinne in den von Russland beanspruchten Gebieten im Osten und Süden des Landes. Die Meldungen aus den Kampfgebieten lassen sich unabhängig kaum überprüfen.

Putin spricht von bevorstehender “Stabilisierung” der Lage

Der russische Präsident Wladimir Putin zeigt sich trotz militärischer Rückschläge in den vier von Russland völkerrechtswidrig annektierten ukrainischen Regionen zuversichtlich. Man erwarte, dass die Lage sich bald stabilisieren werde, sagte er im russischen Fernsehen. Kremlsprecher Dmitri Peskow äußerte sich noch direkter: Die Gebiete würden “für immer” russisch sein und “nicht zurückgegeben”.

Russland |  Videokonferenz Wettbewerb Lehrer des Jahres |  Putin

Wladimir Putin äußert sich weiter siegesgewiss

Ukraine möchte Fußball-WM 2030 mit ausrichten

Spanien und Portugal bewerben sich gemeinsam mit der Ukraine für die Fußball-Weltmeisterschaft 2030. Das gaben die drei beteiligten Verbände nach einem Briefing beim Europäischen Fußball-Verband UEFA in Nyon bekannt. “Es wurde offiziell bekannt gegeben, dass Portugal, Spanien und die Ukraine eine gemeinsame Bewerbung für die Ausrichtung der Weltmeisterschaft 2030 einreichen”, teilte der ukrainische Verband mit.

Präsident Wolodymyr Selenskyj gab sich in seiner Videoansprache optimistisch bezüglich der Erfolgschancen. Es werde “sehr symbolisch sein, wenn drei Länder der Europäischen Union – Spanien, Portugal und die Ukraine – gemeinsam die Weltmeisterschaft ausrichten können”, sagte er. Allerdings ist der Weg der Ukraine in die EU noch lang. Sie hat erst vor wenigen Monaten den Status eines EU-Beitrittskandidaten erhalten.

Neben Spanien, Portugal und der Ukraine gibt es weitere Anwärter auf die Ausrichtung der WM in acht Jahren. Saudi-Arabien, Ägypten und Griechenland wollen sich gemeinsam bewerben. Auch Uruguay möchte 100 Jahre nach der ersten WM 1930 im Land des zweimaligen Weltmeisters das Turnier gemeinsam mit Argentinien, Chile und Paraguay erneut nach Südamerika holen. Der Weltverband FIFA will die WM auf seinem 74. Kongress 2024 vergeben.

qu / wa (dpa, rtr, afp)

Dieser Artikel wird am Tag seines Erscheinens fortlaufend aktualisiert. Meldungen aus den Kampfgebieten lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

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