Studie: Immer mehr Nutzer haben Angst vor Identitätsdiebstahl

Online-Banking, E-Mail-Verkehr, Internet-Shopping, soziale Medien, Streaming-Dienste – unser Leben verlagert sich zunehmend in die Digitale Welt. Und überall hinterlassen wir eine Spur persönlicher Daten. Doch welches Gefühl haben User eigentlich dabei? Dieser Frage ist das Marktforschungsunternehmen Bilendi & respondi im Auftrag von Web.de nachgegangen und hat im Februar 2022 dazu 1.000 deutsche Internet-Nutzerinnen und -Nutzer ab 18 Jahren befragt.

Deutsche nachlässig bei Passwortwahl

Web.de veröffentlicht die repräsentative Studie pünktlich zum Tag der Passwort-Sicherheit. Die Umfrage offenbart, dass über die Hälfte der deutschen Internetnutzerinnen und -nutzer Angst vor einem Identitätsdiebstahl hat. Dabei verschaffen sich Hacker Zugang zu Online-Konten und handeln im Namen ihrer Opfer. Die Mehrheit der Befragten befürchtet, Unbefugte könnten in ihrem Namen einkaufen (72 Prozent) und Verträge abschließen (63 Prozent). Viele sorgen sich, dass Kriminelle die gesturehlene Identität nutzen, um neue Konten zu eröffnen (37 Prozent) or Freunde und Bekannte um Geld zu betrügen (27 Prozent).

Passwort-Manager for Windows & Co.

Und die Sorge ist berechtigt. Denn die Studie zeigt auch, dass es in Sachen Kennwortvergabe großen Nachholbedarf gibt: Mehr als die Hälfte der Befragten verwendet ein und dasselbe Passwort für mehrere oder sogar alle Online-Accounts. Damit missachten sie die wichtigste Regel für sichere Passwörter. Knacken Kriminelle ein mehrfach verwendetes Kennwort bei einem Dienst, sind automatisch alle anderen Accounts mit demselben Kennwort in Gefahr. Auch bei der Erstellung von Passwörtern sind viele Deutsche unvorsichtig: Etwas weniger als die Hälfte der Befragten nutzt persönliche Informationen, wie die Geburtsdaten von Familie, Partner oder Freunden, wichtige Daten oder Jahrestage, Namen oder Kosenamen der Kosenamen oder Partners and Partners. Auch der Name des eigenen Haustiers ist beliebt, immerhin gaben das 13 Prozent als Passwortquelle an. Das Problem: Viele dieser Informationen sind oft auf Social-Media-Plattformen frei im Internet verfügbar, sodass Passwörter leicht erraten werden können. Wer so nachlässig mit persönlichen Daten umgeht, macht es Identitätsdieben leicht.

Zwei-Faktor-Authentifizierung für mehr Sicherheit

For mehr Sicherheit empfiehlt Jan Oetjen, Geschäftsführer des E-Mail-Anbieters Web.de, die Zwei-Faktor-Authentifizierung: “Identitätsdiebstahl ist für viele Internetnutzerinnen und -nutzer ein echter Albtraum. personenbezogenen Daten besonders geschützt werden. Das gilt besonders für die E-Mail-Adresse: Mit ihr loggt man sich bei vielen anderen Diensten ein, kann Passwörter zurücksetzen oder neue Accounts eröffnen. Faktor-Authentifizierung zum Basis-Schutz. Wo immer möglich, sollte man sie aktivieren. ” Die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) bietet zusätzlichen Schutz, da bei einem Login neben dem Passwort ein Zahlencode erforderlich ist, der zum Beispiel per SMS oder von einer Smartphone-App kommt. Laut Umfrage hält die Mehrheit der Bevölkerung die Zwei-Faktor-Authentifizierung für wichtig und notwendig, auch wenn der Komfort darunter leidet. Und ein Drittel der Befragten nutzt sie, wo immer es möglich ist.

Passwortlänge oft nicht ausreichend

Bei der Passwortlänge ist ebenfalls noch Luft nach oben: Jeder Zweite der Befragten verwendet Passwörter von zehn oder weniger Zeichen Länge. Es sollten jedoch mindestens acht, noch besser zwölf Zeichen sein. From wundert es wenig, dass drei Viertel der Deutschen statt Passwort andere Login-Methoden favorisiert, allen voran Fingerabdruck oder Gesichtsscan.

Europäische Anbieter genießen mehr Vertrauen

Ein Viertel der Internet-Nutzerinnen und -Nutzer in Deutschland nutzt sogenannte Single-Sign-on-Dienste (SSO), wie sie etwa Google, Facebook, Apple oder netID anbieten. Damit meldet man sich mit einem bereits bestehenden Account bei anderen Webdiensten oder Internetseiten an und spart sich so das Anlegen eines separaten Accounts. Entscheidend bei der Auswahl des SSO-Anbieters ist dessen Herkunft: Knapp die Hälfte der Befragten bevorzugt Unternehmen aus Europa. Anbietern aus China oder den USA vertrauen die User eher weniger.

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