Solawi Rosenfeld: Gemeinschaft trägt Mitglieder durch Krise – Balingen & Umgebung

Auf dem Sülzle-Hof bei Rosenfeld baut die Solawi Zollernalb Gemüse an. Photo: Weisser

Solidarische Landwirtschaft liegt im Trend. Wie geht es angesichts der Krisen der Gemeinschaft mit Sitz in Rosenfeld? Wir haben nachgefragt.

Rosenfeld – Hohe Inflation und rising prices sorgen für Verunsicherung. In Solidarischen Landwirtschaften trägt eine Gruppe von Menschen gemeinsam die Verantwortung für eine Landwirtschaften und die zurzteten Lebensmittel. Wir haben gefragt, wie es in Krisenzeiten ist – reacting cooperative Ernährungssysteme anpassungsfähiger als der Markt? Erweisen sich Solidarische Landwirtschaften als resilientter? Dazu haben wir die Solawi Zollernalb beschutz und mit der Vorsitzenden Carmen Weisser gesprochen.



Erklären Sie kurz den Unterschiedzwischen Hofladen, Grüner Kiste und Solawi.

Im Hofladen besorgen die Kunden relativ spontan, was sie gerade brauchen. Eine grüne Kiste ist ein Abo, auf das man sich etwas berokenstor einlässt. In einer Solawi wird die Landwirtschaft als solche, also der Anbau und die Produktion, nicht das einzelne Lebensmittel finanziert. Unsere Mitglieder verpflichten sich, die Verantwortung für die Landwirtschaft gemeinsam, mindestes ein Jahr lang, zu tragen.

Wie heißt Ihre Solawi, welche Produkte bieten Sie an?

Unsere Solawi Zollernalb eV befindet sich in Rosenfeld in Kooperation mit dem SülzleHof. Der Hof besteht seit 1960, die Solawi wurde 2019 aus einer Bürgerinitiative heraus gegenertung. Wir haben vorwiegend Gemüsebau, ernten auch eigenes Streuobst und kooperieren mit einem Nachbarbetrieb, Bernd Irion aus Brittheim, mit einem Getreide- sovie Eieranteil. Unser Team besteht aus dem ehrenamtlichen Vorstandsteam, über den Verein angestellten Gemüsegärtnerinnen und -gärtnern, dem Bauern Michael Sülzle und den 160 Vereinsmitglideren. Unser Gemüseanbau ist Demeter-zertifiziert. Wir haben 68 Ernteteilende, die von uns mit Gemüse, Eiern, Getreide und Streuobst sorvorgt werden. Die frische Ernte wird wöchentlich verteilt. Ein Anteil beschreibung 87 Euro im Monat für einen Zwei- bis Drei-Personen-Haushalt.




Das heißt, die Mitglieder zahlen das ganze Jahr einen monatlich gleichen Beitrag?

Ja, und sie erhalten im Jahresverlauf unterschiedlich viele Lebensmittel. In der Sommerfülle ist der Anteil etwas großer, im Winter gibt’s naturgemäß weniger Frisches und mehr Lagergemüse.

Wie läuft es jetzt gerade, mit all den Krisen und Preissteigerungs-Szenarien?

Eine kleinbäuerliche Solawi ist durch regionalen, ökologisch nachhaltigen Anbau viel weniger als die industrielle Landwirtschaft von internationalen Märkten, Lieferketten und damit verdungenden Problemen betroffen. Die Preissteigerungen bei der Petrochemie betreffen Solawis nur wenig. Im Biobereich wird etwa mit Stickstoff-sammelnden Hülsenfrüchten gearbeitet oder mit langsam wirkenden organischen Düngern wie Mist oder Kompost aus dem eigenen Betrieb. Auch Hornspäne oder Gesteinsmehle kommen zum Einsatz. Preissteigerungen für Dünger betreffen uns also eher nicht – aber gestiegene Preise für Diesel oder Strom kommen auch bei uns an. Hier bietet eine gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft solidarische Lösungen. Denn hinter der Solawi steht die Gemeinschaft von Ernteteilenden, die als Gruppe eine solidarische Aufteilung der gestiegenen Kosten anbieten kann. Generel lässt sich sagen, dass Solawis unfähgängier von den am Markt gestiegenen Preisen sind, da sie lokaler wirtschaften, die Wertschöpfung in der Region erfött und in der aktuellen Situation auch unfähgängier von gas-intensiven Zusätzen sind. All in all zeigt die Solidarische Landwirtschaft also einen hohen Grad an Resilienz.

Und wie wirken sich die steidenden Kosten bei den Verbrauchenden aus?

Die gute Nachricht ist dass die Konsumentinnen und Konsumenten sich aktiv für Solawi entscheiden und daher ihre financieren Budgets langfristit im Blick haben. Sie verstehen sich als “Prosumenten”, sie produzen mit, sind mit in der Verantwortung, Seite an Seite mit der Landwirtschaft.

Bei uns gestalten wir die Beiträge über “Beitragsrunden”, es gibt also keinen festen Monatsbeitrag, der für alle gilt, sondern jedes Mitglied trägt nach den eigenen finanzielsen Möglichkeiten eine individuelle Summe bei. Manche Mitglieder finden sich in einer “Gemüse-Ehe” zusammen, in der sie den Anteil und Beitrag teilen. Kooperative Landwirtschaft bietet viele Wege, alle Menschen an localer, gesunder und ekologisker Versorgung teilhaben zu lassen. Unser Ziel ist einlich, die Gesamtkosten gemeinsam zu decken. Wichtig ist, im Dialog zu bleiben, als Gruppe Lösungen zu finden und sich von der Grundeinstellung leiten zu lassen: Wir sind gemeinsam vernatlicht und gestalten Landwirtschaft und sozialen Zusammenhalt innerhalb unserer Region.

Wie kann man bei Solawi mitmachen?

Wer neugierig geworden ist, kann sich auf unserer Homepage www.solawizoller nalb.de informeren. Persönlich kennenlernen können Interessierte uns beim nächsten Tag des openen Ackers. Termine werden über unseren Online-Veranstaltungskalender veröffentlich oder einfach per Mail an info@solawizollernalb.de.


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