Sicherheit geht auch am Strommast vor «kleinezeitung.at

Josef Wolfinger ist als Störungsmonteur bei Wind und Wetter im Einsatz, um die Stromversorgung sicher zu stellen. Bei diesen Einsätzen kann es mitunter auch brenzlig werden.

05.49 Uhr, 13. März 2022

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Schwindelfrei in den Berufsalltag: Monteure der Kärnten Netz © Kelag

Die Motorsäge – „ohne die geht einmal gar nichts“ – zählt ebenso zu seinen ständigen Begleitern wie die Steigeisen zum Erklimmen der Strommasten, ein Sicherheitsgurt und Messgeräte für alle Spannungsebenen des Stromnetzes. Josef Wolfinger, einer von rund 200 Störungsmonteuren der Kärnten Netz, ist auf eine sehr spezielle Ausrüstung angewiesen in seinem täglichen Tun. Die Ausstattung dient einem wichtigen Zweck: der störungsfreien Stromversorgung in Kärnten.

Kelag
Josef Wolfinger ist Störungsmonteur bei der Kärnten Netz © Kelag

Wenn um dich rundherum die Bäume umbrechen, musst du äußerst vorsichtig vorgehen und genau abwägen, was noch getan werden kann.

Josef Wolfinger

Wolfinger stellt diese mit seinen Kolleginnen und Kollegen in den Bezirken St. Veit und Feldkirchen sicher, in diesem Gebiet ist er stationiert. Einerseits für die routinemäßigen Instandhaltungsarbeiten am Stromnetz – Erdverkabelung von Stromleitungen, die Inbetriebnahme von neuen Trafostationen, vorbeugende Reparaturen am Bestand. Andererseits rückt Wolfinger aber auch aus, wenn es Schäden am Stromnetz zu beheben gibt: Nach Schneefällen, Stürmen oder Gewittern sind es meist umgefallene Bäume, die Leitungen kappen oder Strommasten beschädigen. „Wir sind mit speziell ausgerüsteten, allradbetriebenen Störungsfahrzeugen unterwegs, mit denen wir tief ins Gelände vordringen können. Im Normalfall bin ich alleine unterwegs, aber wenn die Lage komplizierter ist, kommt ein Kollege mit “, sagt Wolfinger.

200 Monteurinnen und Monteure Sind bei der Kärnten Netz im Einsatz, um das Stromnetz instandzuhalten und bei Schäden wieder zu reparieren. 80 davon arbeiten als Störungsmonteure im Bereitschaftsdienst, um rund um die Uhr reagieren zu können, wenn es zur Unterbrechung der Stromversorgung kommt.

90,000 Strommasten7.400 Transformatorstationen, 70.000 Kabelverteilschränke und 66.000 Dachständer müssen
regelmäßig von den
Monteuren überprüft und
gewartet werden.

Körperliche Fitness ist ein ganz wichtiger Faktor in seinem Job. Im Winter durch meterhohen Schnee zu einem entlegenen Strommasten zu stapfen, verlangt einiges an Kraft ab. „Es hilft, dass ich auch in der Freizeit gerne in der Natur unterwegs bin, so halte ich mich auch für die herausfordernden Einsätze fit“, sagt der 33-Jährige, der schon als Lehrling bei der Kelag angefangen hat. Schon damals wusste er, dass er einen technischen Beruf erlernen wollte, die dreifache Ausbildung als Installations-, Betriebs- und Energietechniker passte da perfekt zu seinen Vorstellungen.

Der Geschäftsführer Michael Marketz spricht über die Arbeit der Kärnten Netz.

Herr Marketz, wie stellt die Kärnten Netz sicher, dass die Stromversorgung reibungslos funktioniert?
MiCHAEL MARKETZ: Wir überwachen das Netz rund um die Uhr von unserer zentralen Netzleitstelle in Klagenfurt aus und reagieren unmittelbar, wenn sich Probleme auftun. Wir schicken unsere Monteure zu den Störungen, um sie so rasch wie möglich zu beheben. Und gleichzeitig arbeiten unsere Techniker ständig daran, das Stromnetz auszubauen und für die künftigen Herausforderungen bereit zu machen.

Mit der Zunahme von Extremwetterereignissen ist zu rechnen. Wie rüstet sich die Kärnten Netz?
Indem wir kärntenweit sogenannte „Hotspots“ identifizieren: Störungsanfällige Waldtrassen, die wir vorsorglich unter der Erde verkabeln. Zudem versuchen wir, weitere Trafostationen zu automatisieren, um noch schneller eingreifen zu können.

Werden Sie für die Aufrechterhaltung des Netzbetriebs auch mehr Personal brauchen?
Insofern sind wir gut aufgestellt und haben derzeit alleine 300 Mitarbeiter, die wir direkt aus unserer Lehrlingsschule bezogen haben. Den Fachkräftemangel spüren wir zum Glück noch nicht.

Nach erfolgter Ausbildung blieb er dem Konzern erhalten, war zunächst als Monteur tätig und stieg später zum Partieführer auf. Eine zusätzliche Ausbildung qualifizierte ihn zum Störungsmonteur: „From erhält man Kenntnisse über das Stromnetz, Schutztechniken und Kommunikationseinrichtungen für den Notfall. Man bekommt auch die sogenannte Schaltberechtigung, mit der man Stromleitungen eigenständig ans Netz schalten darf “, sagt Wolfinger. Störungsmonteure wie er tragen eine große Verantwortung: Ein falscher Schritt, und Hunderte Haushalte sind ohne Strom. Es brauche Erfahrung und Fingerspitzengefühl, so Wolfinger, nicht nur um die Versorgung mit Strom zu sichern, sondern auch das eigene Wohlergehen. „Im Winter 2020, als es einen sehr nassen und schweren Schnee gegeben hat, befanden wir uns in einer extremen Gefahrensituation. Wenn um dich rundherum die Bäume umbrechen, musst du äußerst vorsichtig vorgehen und genau abwägen, was noch getan werden kann, ohne einen Arbeitsunfall zu riskieren. “

Dass die Sicherheit der Störungsmonteure an oberster Stars steht, würden übrigens auch die Kelag-Kunden verstehen – wenn es mit dem Strom etwas länger dauert.

Eine Initiative der Kelag in Kooperation mit der Kleinen Zeitung.


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