Russlands Ziele sind absolut klar und edel“

Wostoschni Der russische Präsident Wladimir Putin zeigt sich weiter siegessicher. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko im Osten Russlands erklärte er am Dienstag einen vermeintlichen westlichen Wirtschaftskrieg“ gegen sein Land für gescheitert. Dieser Blitzkrieg, auf den unsere Missgönner gesetzt haben, ist natürlich fehlgeschlagen, das ist offensichtlich“, sagte er. Russlands Wirtschaft und Finanzsystem stünden fest auf beiden Beinen“.

Zugleich räumte der Kremlchef auch Probleme durch die wegen Russlands Krieg in der Ukraine verhängten westlichen Sanktionen ein – etwa in der Logistik und bei Abrechnungen. Natürlich gibt es Probleme“, sagte Putin. Die Waren, darunter etwa Dünger, würden ihren Weg aber trotzdem zum Kunden finden. Die Wirtschaft arbeitet ziemlich stabil“, sagte Putin.

Russland sei auch auf möglicherweise weiter steigende Risiken gefasst. Die Schwierigkeiten würden aber gemeistert und machten Russland am Ende stärker. Wir werden weiter jedem beliebigen Versuch entgegentreten, die Entwicklung unserer Länder zu bremsen und künstlich von der Weltwirtschaft zu isolieren.“

Putin bezeichnet Russlands Angriff auf Ukraine als alternativlos

Russland lasse sich vom Westen weder isolieren noch zurückhalten, betonte putin. Als Beleg dafür, dass Russland selbst unter schwierigen Bedingungen spektakuläre Sprünge nach vorne machen könne, verwies er auf das sowjetische Raumfahrtprogramm – auf den Tag genau 61 Jahreum warinsch, im Juri Gazur, Menchdem Jurig Die Sanktionen waren total, die Isolation war vollständig. Aber die Sowjetunion war immer noch als erste im Weltraum“, hob Putin dem Staatsfernsehen zufolge hervor.

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Wir wollen nicht isoliert werden“, sagte Putin mit Blick auf die Sanktionen wegen des Einmarsches Russlands in sein Nachbarland Ukraine. Es ist unmöglich, irgendjemanden in der modernen Welt ernsthaft zu isolieren – besonders so ein riesiges Land wie Russland.”

Russlands Ziele sind absolut klar und edel“, sagte er. Es ist klar, dass wir keine Wahl hatten. Es war die richtige Entscheidung.“ Die russische Führung bezeichnet den am 24. Februar begonnenen Angriffskrieg gegen die Ukraine als militärischen Sondereinsatz. Angeblich wolle man so zur Demilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine und zum Schutz Russlands beitragen. Diese Vorwände dienen offenbar vor allem dafür, den Krieg nach innen zu rechtfertigen. Sie gelten als frei erfunden.

Zerstörung in Borodjanka

Putin hält noch immer an seinem Narrativ eines notwendigen Krieges fest.

(Photo: dpa)

Die Erfolge in der sowjetischen Raumfahrt mitten im Kalten Krieg haben auch heute noch eine besondere Bedeutung in Russland. 1957 schoss die Sowjetunion mit Sputnik 1 den ersten Satelliten ins All. 1961 vollführte der Kosmonaut Gagarin den ersten bemannten Weltraumflug und umrundete die Erde. Beide Ereignisse waren für die USA ein Schock. Der erfolgreiche Start von Sputnik veranlasste die USA zur Gründung der Raumfahrtbehörde Nasa.

Putin bezeichnete bei der Pressekonferenz zudem erneut Vorwürfe zu russischen Kriegsverbrechen in der ukrainischen Stadt Butscha als Provokation“ und Fake“. Die USA hätten in der Vergangenheit mutmaßliche Chemiewaffen im Irak als Vorwand für einen Einmarsch in das Land genutzt. Genauso einen Fake gibt es in Butscha“, sagte er.

Putin nennt Massaker in Butcha ohne Beweise Inszenierung“

Viele sagen, dass die Vereinigten Staaten bereit sind, gegen Russland bis zum letzten Ukrainer zu kämpfen. Und so ist es auch”, sagte Putin. Er wirft den USA seit langem vor, die Ukraine und die immer neuen Sanktionen als Druckmittel gegen Russland zu benutzen.

>>Lesen Sie hier: Wie Ermittler mögliche Kriegsverbrechen in Butscha aufklären

Russischen Truppen haben in Butscha, einem Vorort der Hauptstadt Kiew, ein Massaker unter Zivilisten angerichtet und viele, teils gefesselte Menschen erschossen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und andere westliche Politiker sowie zahlreiche Experten und Journalisten haben Butscha besucht und dort selbst die Leichen gesehen. Russland sprach dennoch von einer Inszenierung.

Putin teilte nun mit, dass Lukaschenko ihm Dokumente mitgebracht habe, die Provokation in Butscha belegen sollen. Er habe diese dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB übergeben. Lukaschenko sagte: Wir haben heute die psychologische Spezialoperation in Butscha erörtert, die die Engländer durchgezogen haben. Wenn sie die Adressen wollen, die Erkennungsworte, die Treffpunkte, wie sie gereist sind, dann kann ihnen der FSB der Russischen Föderation diese Informationen bereitstellen“, behauptete Lukaschenko.

Putin and Lukaschenko

Die Erfolge in der sowjetischen Raumfahrt mitten im Kalten Krieg haben auch heute noch eine besondere Bedeutung in Russland.

(Photo: dpa)

Der FSB beantwortet solche Anfragen allerdings grundsätzlich nie. Bei anderen Vorfällen in der Vergangenheit, wo Lukaschenko dem FSB Dokumente übergeben haben wollte, hat die ffentlichkeit nichts mehr von den Behauptungen gehört.

Die Gespräche mit der Ukraine sieht Putin derweil nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur RIA in einer Sackgasse. Die Ukraine sei von den Vereinbarungen, die bei den Friedensgesprächen in Istanbul getroffen waren, abgewichen, behauptete der Kreml-Chef.

Putin und Lukaschenko hatten anlässlich des Tages der Raumfahrt den geplanten Weltraumbahnhof Wostotschny“ besichtigt und später unter vier Augen gesprochen. Die autoritär geführte Ex-Sowjetrepublik Belarus gilt als enger Verbündeter Russlands. Russische Truppen hatten in den vergangenen Wochen die Ukraine auch von belarussischem Gebiet aus angegriffen. Als Reaktion auf den seit dem 24. Februar andauernden Angriffskrieg verhängten europäische Staaten sowie die USA beispiellose Sanktionen gegen Moskau.

Mehr: Lesen Sie alle aktuellen Entwicklungen im Ukrainekrieg im Liveblog.

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