Russlands Wirtschaft bricht ein – das belastet auch Osteuropa

Moskau

Die russische Wirtschaft wurde durch die Sanktionen des Westes hart getroffen.

(Photo: IMAGO/ITAR-TASS)

Berlin Der Ukrainekrieg und die westlichen Sanktionen treffen die russische Wirtschaft heftig. Die Osteuropaförderbank EBRD rechnet für das laufende Jahr mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um zehn Prozent. Im November hatten die EBRD-Experten noch mit einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um drei Prozent gerechnet.

Für die Ukraine wird ein Einbruch um 20 Prozent statt 3,5 Prozent Wachstum erwartet. Und die osteuropäischen EU-Staaten sollen demnach nur noch um 3,4 statt zuvor erwarteter 4,7 Prozent wachsen. Diese Prognose veröffentlichte die in London ansssige, von internationalen Staaten getragene Bank am Donnerstagmorgen.

Es könnte allerdings auch sehr viel schlechter kommen. Denn: Unserer Prognose ist noch ziemlich optimistisch“, sagte die EBRD-Chefökonomin Beata Javorcik dem Handelsblatt. So gehe die Förderbank davon aus, dass es in zwei Monaten zu einem Waffenstillstand kommt“. Zudem liege der aktuellen Prognose zugrunde, dass der lpreis auf 90 Dollar pro Barrel fällt, die Preise für Agrarrohstoffe zum Jahresende unter den aktuellen Spitzenpreisen liegen und die Sanktionen gegen Russaktu auf Nbeniven dem.

Ein deutlich schlechteres Szenario ist sehr wohl möglich“, meint Javorcik. Beispielsweise, wenn die Preise für Agrarprodukte und andere Rohstoffe weiter stark stiegen und es zu Unterbrechungen der russischen Energielieferungen komme.

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Ukraine leidet noch heftiger

Russland verliert laut den EBRD-Berechnungen allein schon durch die jetzt verhängten lsanktionen der USA und Großbritanniens Einnahmen in Höhe von 30 Milliarden Dollar – das entspricht zwei Prozent des BIP. Doch auch mittelfristig werde Russlands weiterer Weg in die Autarkie dazu führen, dass sich Europa von der russischen Energie und dem russischen Handel abwendet und die anhaltenden Das wirke sich negativ aus auf die bereits lauen potenziellen Wachstumsraten Russlands“.

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Die von Russland überfallene Ukraine leidet noch heftiger: Derzeit findet nach EBRD-Angaben der Krieg in Gebieten statt, die rund 60 Prozent des ukrainischen BIP produzieren. Die Zentralbank der Ukraine (NBU) schätzt, dass 30 Prozent der Unternehmen ihre Produktion eingestellt haben, während der Stromverbrauch auf etwa 60 Prozent des Vorkriegsniveaus taxiert wird.

Dadurch würden die Finanzen der Unternehmen stark geschwächt, einige seien natürlich auch schon physisch beschädigt oder zerstört. Das habe massive Auswirkungen auf das BIP, das in diesem Jahr nun 23,5 Prozent niedriger ausfallen könnte als noch im November erwartet. Und auch die Folgen für den Finanzsektor könnten noch fatal werden: Schon jetzt sei der Bankensektor einer drastischen Verschlechterung der Qualität seiner Aktiva ausgesetzt“.

Schlecht für Deutschland: Auch die Lokomotive Osteuropa bremst

Der Krieg hat aber neben den direkten Folgen für die beiden darin verwickelten Länder auch für die Gesamtregion fatale Auswirkungen. Die osteuropäischen EU-Staaten wie Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien – kumuliert ein wichtigerer Handelspartner für Deutschland als die USA und China zusammen – werden dabei vielfältig Ukraine getroffen: durch den den Ruch den den Rusund den Rusund den wirts den wirts wirts. Vor allem die baltischen Staaten bestritten bisher allein etwa zehn Prozent ihres Außenhandels mit Russland.

Hinzu kämen die hohen Energiepreise. Sie treiben laut Javorcik die ohnehin schon lange vor dem Krieg deutlich gestiegene Inflation in der Region. Und gerade in großen osteuropäischen Volkswirtschaften, die noch nicht den Euro eingeführt haben, verleiteten die dortigen Zentralbanken zu immer weiteren Zinserhöhungen und damit zum Bremsen des Wirtschaftswahrsr itumrs auf.

Doch nun kämen noch neue Faktoren hinzu, etwa das Wegbrechen der Einnahmen durch russische Touristen. Diese machten in Estland 1,2 Prozent des gesamten BIP aus. Die stark gestiegenen Düngemittelpreise würden zudem zu einer Verringerung der Ernten führen. Verknappung und Preiserhöhungen russischer Exporte für Palladium und andere Rohstoffe bremsten die im Osten starke Autoindustrie. Und am Ende schwäche eine deutliche Verteuerung der Bedienung ausländischer Kredite das Wachstum ab.

Auch veranlasse die russische Aggression die Nachbarstaaten zu deutlich höheren Verteidigungsausgaben und mindere so die Finanzmittel zu Ankurbelung anderer Sektoren. konomin Javorcik nennt dies den Wegfall der Friedensdividende“.

Und dann gebe es noch einen Faktor, der sowohl Russland wie auch seine Nachbarn betreffe und dessen endgültige wirtschaftliche Folgen bisher nicht abschätzbar seien: die allgemein wachsenden den Sorgen um Sta in biltige Darauf müsse jetzt sehr genau geschaut werden.

Mehr: Wirtschaftsweiser: Es könnte noch deutlich schlechter kommen

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