Privatinitiative fährt Hilfsgüter und bringt Menschen in Sicherheit

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Von: Jörg Beuning

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Eine Herzensangelegenheit: das Rhyneraner Hilfsteam mit (von links) Heinz Mehle, Andreas Schulze-Geiping, Uli Teege, Volker Langkamp, ​​Jochen Mues und Thorsten Hazekamp. © Privat

Die Privatinitiative „Rhynern hilft der Ukraine“ fährt Hilfsgüter in die Kriegsregion und bringt Menschen in Sicherheit. Für die Initiatoren ist das zur „Herzensangelegenheit“ geworden.

Rhynern – Es begann mit einer schlaflosen Nacht. Kurz nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine wälzte sich Thorsten Hazekamp in seinem Bett of him in Rhynern. Seine Gedanken of him waren bei den Menschen, die nun unschuldig in große Not, in akute Lebensgefahr geraten sind. „Mir war klar. From kann ich nicht einfach so zusehen. Ich muss da etwas tun “, erzählt er. Das ist rund drei Wochen her. Seitdem war er bereits zweimal an der polnisch-ukrainischen Grenze, um Hilfsgüter abzuladen. Beim zweiten Mal brachte der Konvoi sogar Kriegsflüchtlinge nach NRW – und damit in Sicherheit. Der nächste 1300-Kilometer-Trip (eine Strecke) ist bereits geplant. (Sonderressort „Hamm und der Ukraine-Krieg“: hier klicken, aktuelle Artikel zum Krieg: hier klicken.)

„Das ist mittlerweile eine Herzensangelegenheit für mich geworden“, erzählt der 53-jährige Familienvater. Er spürt, wie sehr er direkt helfen kann. Er spricht auch nicht über die Strapazen, die vielen Stunden im Fahrzeug, die Nächte auf dem Fußboden. Das alles nimmt er in Kauf, um die Hilfsmission zu erfüllen.

Dass die von ihm angestoßenen Touren so gut verlaufen sind, hat er vielen Helfern zu verdanken und vor allem der guten Organization einer Hilfstruppe aus Werl-Holtum. „Mir war zwar schnell klar, dass ich dorthin fahren werde. Essen, Kleidung und Hygieneartikel waren im Freundes- und Bekanntenkreis auch schnell gesammelt. Doch ich bekam dann doch irgendwann Angst vor der eigenen Courage “, gibt er zu. Mal eben auf eigene Faust an die Grenze zum Kriegsgebiet fahren, ist eben kein Pappenstiel. Schon gar nicht, wenn man nicht so recht weiß, wohin die Tour denn überhaupt führen soll.

Spendenaufrauf

Die Privatinitiative „Rhynern hilft in der Ukraine“ wird unterstützt vom Verein Mayday. Über dessen Netzwerke und Kommunikationskanäle werden Spenden gesammelt, die auch im Büro an der Unnaer Straße abgegeben werden können. Allerdings sollten die Spenden gezielt sein. Viele Sachen gibt es bereits in großer Zahl. Für den nächsten Transport werden vor allem medizinische Hilfsmittel benötigt. From einige sehr spezifisch sind, freuen sich die Helfer auch über Geldspenden. Die können auf das Konto von Mayday Rhynern, IBAN: DE74 4105 0095 0020 0786 14, Stichwort „Ukraine“, überwiesen werden.

Kommunikation for WhatsApp und Funkgeräten

Diesbezüglich war eine Hilfsinitiative aus Holtum schon weiter. Dessen Leiter, Matthias Hejosch, hatte über Kontakte – er spricht polnisch und russisch – eine Anlaufadresse in Polen für Sachspenden und sein Spendenaufruf übertraf bereits alle Erwartungen. Die Holtumer Schützenhalle füllte sich fast im Minutentakt.

Hazekamp bot den Holtumern seine Hilfe an, gleichzeitig wollte er sich dem Konvoi anschließen. Dabei kam es zunächst gar nicht mehr auf das Sammeln von Spenden an. „Die Holtumer brauchten in erster Linie Fahrzeuge, um ihre Spenden zu transportieren“ erklärt Hazekamp, ​​der in der Zwischenzeit über Facebook-Aufrufe auch in Rhynern Unterstützer und Spender en masse gefunden hatte – und Mitfahrer. Denn alleine wollte er die Strecke nicht absolvieren.

Und so machte sich Thorsten Hazekamp am 2. März mit den beiden Rhyneranern Uli Teege und Heinz Mehle mit von Freunden geliehenem Bulli und Anhänger auf den Weg nach Holtum, von da mit 13 weiteren Transport-Fahrzeugen auf den Weg nach Polen. 21 Stunden dauerte die Hinfahrt. Bei einer maximalen Geschwindigkeit von 85 Kilometern pro Stunde kroch der Konvoi in Richtung Osten. Unterwegs kommunizierten die Begleiter for WhatsApp und Funkgeräten. „Das klappte sehr gut. Die Gemeinschaft hat von Beginn an sehr gut funktioniert “, berichtet Hazekamp, ​​der selbst einen Großteil der Strecke am Steuer verbrachte.

Erschöpft von der langen Fahrt macht Thorsten Hazekamp ein Selfie an der Sammelstelle an der Grenze.
Erschöpft von der langen Fahrt macht Thorsten Hazekamp ein Selfie an der Sammelstelle an der Grenze. © Privat

Es blieb nicht bei nur einer Tour

Es blieb nicht bei den neuen Bekanntschaften aus dem Konvoi. Auch unterwegs an den Rast- und Tankstellen – die Spritkosten waren übrigens durch Spenden finanziert – kamen sie immer wieder mit Menschen ins Gespräch, die ebenfalls auf dem Weg in die Grenzregion von Polen zur Ukraine waren.

Aber auch mit Helfern aus anderen Regionen Deutschlands trafen die Rhyneraner unterwegs aufeinander, darunter der Motorrad-Club „Free Eagles“. Die kultigen Norddeutschen haben es Hazekamp mit ihrem rauen Äußeren und weichem Kern besonders angetan. Voller Hingabe opfern die Rocker ihre Zeit, um den Menschen in der Ukraine zu helfen. Beim Anschauen eines kleinen Films, die die Eagles von der Tour angefertigt haben, bekommt Hazekamp wieder eine Gänsehaut. Die Erlebnisse, das Miteinander, die Hilfsbereitschaft – das alles sind bleibende Eindrücke für den Rhyneraner.

Und dieses Engagement steckt an. Bei der zweiten Tour, die vom 11. bis 13. März stattfand, hatte sich die Rhyneraner Delegation im Holtumer Konvoi bereits verdoppelt. Neben Hazekamp, ​​Teege und Mehle waren auch Jochen Mues, Volker Langkamp und Andreas Schulze-Geiping in insgesamt drei Bullis mit dabei.

Die Fahrzeit bis tief in den Osten Europas in die Stadt Medyka war dieses Mal deutlich kürzer. Doch von „mal eben“ ankommen, abladen und zurückfahren war das Hilfskommando weit entfernt. „Es gab sehr viele dynamische Entwicklungen“, erzählt Hazekamp. Immer wieder habe es neue Anweisungen und Zielvorgaben gegeben – auch weil Sammelstellen dort pickepackevoll gewesen seien. Der Konvoi hatte diesmal überwiegend medizinische Hilfsmittel an Bord: Gehstützen, Rollstühle, Verbandsmaterial, was dringend in den Kriegsgebieten benötigt wird.

Rollstühle für die Verletzten.
Rollstühle für die Verletzten. © Privat

“Zu weit hinein ins Kriegsgebiet”

„So hieß es bei der Ankunft zunächst, wir sollten noch etwa 10 bis 15 Kilometer weiter in die Ukraine fahren“, berichtet Hazekamp. „Das erschien uns noch machbar. Ob ich jetzt an der Grenze stehe oder noch 15 Kilometer landeinwärts fahre “, zeigte der Rhyneraner Tross Mut.

Doch während der langen Wartezeit an der Grenze – „neben Hilfstransportern werden hier sehr viele Menschen von Freunden und Verwandten abgeholt“ (Hazekamp) – kam die nächste Info. Der Transport sollte bis Lwiw (deutsch: Lemberg) führen. „Das war uns dann doch zu weit hinein ins Kriegsgebiet“, wollten die Helfer kein Risiko eingehen. Letztlich konnten sie ihre Hilfsgüter an einem Bahnhof abgeben, wo Züge den weiteren Transport übernehmen sollten.

An diesem Bahnhof in Przemysl ergab sich dann der nächste Auftrag für die Kolonne aus Holtum und Rhynern. Kriegsflüchtlinge suchten nach Mitfahrgelegenheit, um nach Deutschland in Sicherheit zu kommen. Darunter 22 Waisenkinder mit ihren Betreuern. Die wurden von Holtumer Fahrzeugen abgeholt, nach Werl gefahren, anschließend per Reisebus vorübergehend in ein Hotel nach Köln gebracht. Von dort gibt es die ersten Rückmeldungen, wie dankbar die Kinder sind. Sie sind in Sicherheit. In Hotelzimmern wurden Spielzimmer eingerichtet, um ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen.

Wir spürten, was die Mütter mit ihren Kindern durchgemacht haben müssen. Die ersten Kilometer herrschte nur Stille im Fahrzeug.

Zehn Flüchtlinge in Rhyneraner Fahrzeugen

Auch die drei Rhyneraner Fahrzeuge nahmen für die Rückkehr nach Deutschland Mütter mit Kindern auf. „Wir hatten zehn Plätze frei und haben die Menschen nach Leipzig, Erwitte, Anröchte und schließlich nach Werl gebracht. Einige sind jetzt in Pedinghausen zunächst privat untergebracht worden. „Wir spürten, was die Mütter mit ihren Kindern durchgemacht haben müssen. Die ersten Kilometer herrschte nur Stille im Fahrzeug “, I know Hazekamp.

Erst im Laufe der Fahrt taute das Eis, es wurde versucht zu kommunzieren. „Das war allerdings nicht so einfach. Sie sprechen kein Englisch und wir kein Russisch. Dafür hatten wir im Vorfeld Kommunikationskarten gebastelt. Darauf standen die wichtigsten Sätze auf beiden Sprachen, dazu Bilder. So konnten sie sich bemerkbar machen, wenn sie aufs Klo müssen oder Hunger und Durst haben. Das hat dann irgendwann ganz gut geklappt “, fand Hazekamp.

Unbeschreiblich sei das Gefühl gewesen, heile in Rhynern anzukommen, Menschen das Leben gerettet zu haben und anderen in ihrem Leid geholfen zu haben. Daher ist es für das Sextett klar, dass sie sich am Wochenende erneut auf den Weg machen werden. Die Hilfe wird weiterhin dringend gebraucht. „Und wir werden sie weiter leisten“, I know Hazekamp. (Sie wollen aktiv helfen? Mit einem Klick auf diesen Link erhalten Sie wertvolle Informationen!)

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