Präsident Selenskyj verspricht die Rückeroberung der Krim

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Von: Helena Gries, Sandra Kathe, Nail Akkoyun, Andreas Apetz, Lucas Maier

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Der Ukraine-Krieg fordert immer mehr Opfer. Nach Explosionen auf der Halbinsel Krim hat Präsident Selenskyj klare Worte: der News-Ticker.

  • Medwedew vergleicht Selenskyj mit Hitler: Früherer russischer Präsident beschimpft ukrainischen Staatschef.

    Südukraine: Russland verlagert sich in der Ukraine wohl auf Verteidigung der besetzen Gebiete.

  • Explosionen auf der Halbinsel Krim: Schwere Schäden auf russischer Luftwaffenbasis.
  • Hinweis der Redaktion: Alle Neuigkeiten zum Ukraine-Konflikt lesen Sie in diesem News-Ticker. Die Informationen stammen teilweise von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg und lassen sich nicht unmittelbar unabhängig prüfen.

Update vom Mittwoch, 10. August, 06.40 Uhr: Die Explosionen auf einer russischen Luftwaffenbasis auf der Halbinsel Krim haben schwere Schäden angerichtet, wie erstes Bildmaterial Medienberichten zufolge zeigt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seinen Landsleuten unterdessen eine Heimholung der verlorenen Halbinsel versprochen: „Die Krim ist ukrainisch, und wir werden sie niemals aufgeben“, sagte er am späten Dienstagabend in Kiew. Mit der Annexion 2014 habe Russland die Krim in einen der gefährlichsten Orte Europas verwandelt. „Dieser russische Krieg gegen die Ukraine, gegen das freie Europe, hat mit der Krim begonnen und muss mit der Krim enden, mit ihrer Befreiung“, so Selenskyj.

Die Ursache für die Explosionen auf dem Luftwaffenstützpunkt Saki nördlich von Sewastopol war weiterhin unklar. Zahl und Wucht der Explosionen legen jedoch einen gezielten Angriff der Ukraine nahe, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Das russische Verteidigungsministerium sprach am Dienstag davon, es sei durch Fahrlässigkeit Munition explodiert.

News zum Ukraine-Krieg: Widersprüchliche Angaben zu Ursachen von Krim-Explosionen

+++ 22.40 Uhr: Nach Angaben der Internationalen Atombehörde (IAEA) stellt der Beschuss des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja am Wochenende keine unmittelbare Gefahr für die nukleare Sicherheit dar. Das teilte IAEA-Chef Rafael Mariano Grossi am Dienstag am Sitz der Behörde in Wien mit.

Die Einschätzung base auf Angaben ukrainischer Behörden, die zwar Schäden gemeldet hatten – die Strahlenmessungen hätten aber weiterhin auf normalm Niveau gelegen. Für den Beschuss des Atomkraftwerks hatten sich Russland und die Ukraine gegenseitig die Schuld gegeben.

Auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim im Schwarzen Meer is es zu Explosionen auf einem russischen Luftwaffenstützpunkt gekommen.
Auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim im Schwarzen Meer is es zu Explosionen auf einem russischen Luftwaffenstützpunkt gekommen. © Imago

+++ 22.25 Uhr: Zur Ursache einer Explosion auf einem russischen Luftwaffenstütztpunkt auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim hat es im Laufe des Abends mehrere unterschiedliche Angaben gegeben. Während von russischer Seite aus berichtet wurde, Explosion und Brand des Munitionslagers seien wahrscheinlich von Verstößen „gegen den Brandschutz“ verursacht worden, waren Beobachterinnen und Beobachter zunächst von einem Sabotageakt ausgegangen.

Nun berichtet die US-Zeitung New York Times von einem unbekannten ranghohen ukrainischen Militär, der im Gespräch mit der Zeitung angab, dass ein Angriff der Ukraine dahinter stecke. Dieser sei mithilfe einer „von der Ukraine selbst entwickelten“ Waffe ausgeführt worden. Auch örtliche Partisanen, die loyal gegenüber der Ukraine wären hätten dabei eine Rolle gespielt. Weitere Informationen dazu gab es nicht, auch verifizieren ließen sich die Angaben bislang nicht. Mehrere Medien berichteten zuvor, dass die Ukraine offiziell angab, mit der Explosion nichts zu tun zu haben.

Ukraine-News: Keine großen Gebietsgewinne und chaotische Rückzüge in Donezk

+++ 22.00 Uhr: Nach einer Tageszusammenfassung des ukrainischen Generalstabs hätten russische Truppen trotz vieler Angriffe auf die Region Donezk auch am Dienstag keine Ortschaften erobern können. Bei einem Angriff auf die Spirne seien die Russen so in ukrainische Gegenwehr geraten, dass sie sich „chaotisch zurückgezogen“ hätten.

Auch bei Angriffsversuchen auf die Orte Vesely, Yakovlivka sowie die Stadt Soledar hätten die Angreifer „auf dem Absatz kehrt“ gemacht als ukrainische Truppen einen Gegenangriff starteten. Die Angaben ließen sich unabhängig nicht überprüfen.

Explosion auf der Krim: Mindestens eine Person getötet, mehrere verletzt

+++ 19.15 Uhr: Bei den Explosionen im Bereich eines russischen Militärflugplatzes auf der Krim (s. Update v. 16.30 Uhr) ist eine Person ums Leben gekommen. Dies berichtete Sergej Aksenow, Anführer der selbsternannten „Republik Krim“, auf Telegram.

„The Situation is lokal begrenzt und unter Kontrolle. Ich wiederhole noch einmal: Es gibt keine allgemeine Evakuierung in dem Bezirk. Nur die Bewohner der Häuser, die sich in unmittelbarer Nähe des Militärflugplatzes befinden, werden umgesiedelt “, sagte Aksenow.

Zuvor hatte der Gesundheitsminister der „Republik Krim“, Konstantin Skorupsky, erklärt, dass bei den Explosionen fünf Menschen verletzt worden seien. Es ist unklar, ob die verstorbene Person zu den zuvor als verletzt gemeldeten Menschen gehört.

News zum Ukraine-Krieg: Russland stellt Zugang zu AKW Saporischschja in Aussicht

+++ 17.45 Uhr: Russland will eigenen Angaben zufolge einen Besuch der Internationalen Atombehörde (IAEA) im kürzlich beschossenen Kernkraftwerk Saporischschja im von eigenen Truppen besetzten Süden der Ukraine ermöglichen. „Von unserer Seite aus sind wir bereit, maximal mögliche Unterstützung zur Lösung organizerischer Fragen zu leisten“, teilte das russische Außenministerium am Dienstag mit.

Zugleich beschuldigte Moskau die Vereinten Nationen, eine bereits geplante Inspektionsreise angeblich abgesagt und damit eine neue Eskalation herbeigeführt zu haben. Das in der Stadt Enerhodar gelegene AKW Saporischschja war am vergangenen Wochenende mehrfach beschossen und teils beschädigt worden. Die kritische Infrastruktur soll aber weiter intakt sein. Russland und die Ukraine geben einander die Schuld. Unabhängig zu überprüfen sind die Vorwürfe bislang nicht.

News zum Ukraine-Krieg: Russland plant Referendum in Südukraine – Selenskyj fordet Reisebann für Russen

Update vom Dienstag, 09. August, 07.40 Uhr: „Die wichtigsten Sanktionen sind es, die Grenzen zu schließen, denn die Russen nehmen anderen ihr Land weg“, sagte Selenskyj der US-Zeitung Washington Post am Montag. Die Russen sollten „in ihrer eigenen Welt leben, bis sie ihre Philosophie ändern“. Er reagierte damit auf die Ankündigung der Besatzungsbehörden im südukrainischen Gebiet Saporischschja, ein Referendum über den Beitritt zu Russland abzuhalten. Ähnliche Pläne gibt es für das besetzte Gebiet Cherson.

Selenskyjs Äußerungen treffen auf eine wachsende Diskussion in der EU, die Erteilung von Touristenvisa an Russen zu erschweren oder ganz einzustellen. Auch wenn der Reiseverkehr durch gekappte Flug- und Bahnverbindungen erschwert ist, sind doch im Sommer viele Russen trotz Krieges in die EU gereist. Russlands Nachbar Lettland im Baltikum hat bereits die Visa-Bestimmungen verschärft.

News zum Ukraine-Krieg: Explosionen in Charkiw gemeldet

Update vom Montag, 8. August, 07.00 Uhr: Der Bürgermeister von Charkiw hat laut einem Bericht des Nachrichtenportals Kyiv Independent sieben Explosionen in Charkiw vermeldet. Ihor Terechow sagte demnach, die Stadt sei von russischen Raketen getroffen worden. Es wurden keine Verletzten gemeldet. “Es ist sehr laut in der Stadt. Ich bitte alle, sich in Sicherheit zu bringen”, sagte Terekhov.

Der Gouverneur im Gebiet Sumy meldete mehr als 50 Explosionen. Dmytro Zhyvytsky sagte, dass russische Truppen den Norden des Gebiets Sumy beschossen hätten. Die an Russland angrenzende Region steht unter ständigem Beschuss, berichtete der Gouverneur.

Ukraine-News: Weiterer Angriff auf Atomkraftwerk – Selenskyj sieht „nukleare Bedrohung“

Update vom Samstag, 06. August, 07.00 Uhr: „Wer nukleare Bedrohungen für andere Völker schafft, ist definitiv nicht in der Lage, Nukleartechnologie sicher einzusetzen“, sagte der ukrainische Präsident Selenskyj in der Nacht zum Samstag. Konkret verlangte er etwa Strafmaßnahmen gegen den russischen Staatskonzern Rosatom. Er macht Russland für den Beschuss des Atomkraftwerks in Saporischschja verantwortlich.

Derweil sollen russische Streitkräfte einen landwirtschaftlichen Betrieb und einen Getreidesilo in der Oblast Saporischschja beschossen haben. Der russische Beschuss im Nowomykolaiwski-Bezirk der Region zerstörte Getreidesilos mit etwa 3000 Tonnen Getreide, berichtet Ukrinform unter Berufung auf den Direktor des Silos. Der russische Beschuss traf Berichten zufolge auch die landwirtschaftliche Infrastruktur und zerstörte ein Lagerhaus mit über 365 Tonnen Sonnenblumen.

Ukraine-Krieg: Weiterer Angriff auf Atomkraftwerk – Russland macht Ukraine verantwortlich

+++ 22.29 Uhr: Die Truppen von Wladimir Putin forderten the „internationale Organisationen auf, die kriminellen Handlungen des Regimes von Wolodymyr Selenskyj zu verurteilen, welches nukleare Terrorakte begeht“. Seit Anfang März steht das Kraftwerk unter russischer Besatzung. Moskau wurde zuletzt aus den Reihen der USA dafür kritisiert. Außenminister Antony Blinken sagte, Russland wisse sehr wohl „dass die Ukraine nicht zurückschießen könne und wolle, weil sie versehentlich einen Atomreaktor oder dort gelagerten hoch radioaktiven Abfall treffen könnte“.

News zum Ukraine-Krieg: The Atomkraftwerk wächst weiter arises

Erstmeldung vom Freitag, 5. August: Saporischschja – Nach Einschätzung britischer Geheimdienste gefährden Aktionen der russischen Streitkräfte mit hoher Wahrscheinlichkeit die Sicherheit des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja. Moskaus Absichten im Hinblick auf das größte Atomkraftwerk in Europe seien fünf Monate nach Beginn des Ukraine-Krieges „noch immer unklar“, hieß es am Freitag (5. August) in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums.

Russland setze wohl Artillerieeinheiten in den an das Kraftwerk angrenzenden Gebieten ein, um ukrainische Regionen westlich des Dnipro-Flusses anzugreifen. Womöglich nutzten sie dabei den Hochsicherheitsstatus des Kraftwerkgeländes aus, um sich und ihre Ausrüstung vor nächtlichen ukrainischen Gegenangriffen zu schützen, hieß es.

News zum Ukraine-Krieg: Prinzipien der nuklearen Sicherheit wurden „verletzt“

Mit sechs Blöcken und einer Leistung von 6000 Megawatt ist das Werk in der Stadt Enerhodar in der Oblast Saporischschja das größte Atomkraftwerk Europas. Russische Truppen hatten die Anlage Anfang März besetzt. Danach wurde das Kernkraftwerk von ukrainischem Personal weiterbetrieben, aber von russischen Nuklearspezialisten überwacht.

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA hat die Lage am Kernkraftwerk als äußerst unbeständig und fragil bezeichnet. „Alle Prinzipien nuklearer Sicherheit wurden auf die eine oder andere Art verletzt“, sagte Rafael Grossi in dieser Woche in New York. Eine IAEA-Inspektion zur Prüfung der technischen Sicherheit sei dringend erforderlich. (nak / ska / hg / luc / aa mit dpa / AFP)

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