Neues Team sorgt für mehr Präsenz und Sicherheit auf den Straßen

Fast genau vor elf Jahren, im April 2011, haben in Gerolzhofen erstmals vier Mitarbeiter der Sicherheitswacht ihre dunkelblauen Dienstjacken übergestreift. Der erster Einsatz des Quartetts, damals noch eine reine Männer-Runde, war das Frühlingsfest in der Stadt. Beim Frühlingsfest 2022 wiederholte sich das Ganze, wieder zogen frisch ausgebildete Sicherheitswachtler das erste Mal ihre Runden durch die Stadt. Nur zählen zu den neuen ehrenamtlichen Ordnungskräften neben drei Männern auch zwei Frauen.

Ihre Aufgaben sind weiter die gleichen wie die ihrer Vorgänger: Die Sicherheitswacht unterstützt die Polizeiinspektion (PI) Gerolzhofen bei der Bekämpfung der Straßenkriminalität und sorgt allein durch sichtbare Präsenz im öffentlichen Raum für ein erhöhtes Sicherheitsgefühl, beschreibt Polizeioberkommissar Alexander Treutlein die Funktion der Frauen und Männer. Er ist bei der PI für die Ausbildung und den Einsatz der Sicherheitswacht-Mitarbeiter verantwortlich.

Aufklären von Straftaten bleibt Metier der Polizei

Für die Verfolgung von Straftaten, macht Treutlein deutlich, ist ausschließlich die Polizei zuständig. Die Sicherheitswachtler dagegen haben die Aufgabe, die Einhaltung des Ordnungsrechts im Auge zu haben. Dazu zählen beispielsweise Sachbeschädigungen oder die Verschmutzung des öffentlichen Raums. Deshalb sind sie auch keineswegs eine Art Hilfssheriffs.

“Unser oberstes Ziel ist es, die Frauen und Männer der Sicherheitswacht auf die Straße zu bringen.”

Alexander Treutlein, Polizeioberkommissar

Nachdem die dafür vorgesehenen Stellen im Bereich der Gerolzhöfer Polizei zuletzt nicht besetzt waren, folgten im Oktober 2021 mehrere Interessierte einem Bewerbungsaufruf für diese Tätigkeit. Für den Dienstbereich der PI wurden nach erfolgreichen Einstellungsgesprächen Ingrid Waldherr, Anne-Kristin Sump, Jamil Alyassein, Sebastian Neubauer und Ernst Greb für die Mitarbeit in der Sicherheitswacht ausgebildet. Die Frauen und Männer im Alter zwischen 31 und 59 Jahren wurden in 40 Unterrichtseinheiten geschult und auf ihre erste Streife vorbereitet. Themen der Ausbildung waren unter anderem Grundzüge des Strafrechts, Zuständigkeiten und Dienstbetrieb der Polizei und Staatsanwaltschaft sowie Dienstkunde über den Umgang mit den Bürgern.

Zwei bis drei Streifengänge pro Woche

Ziel ist es laut Treutlein, die Sicherheitswachtler jeweils zu zweit, als Doppelstreife loszuschicken. Deren Dienstplan richtet er danach aus, wie die Ehrenamtler verfügbar sind. Geplant sei, die Sicherheitswacht mit zwei bis drei Streifengängen pro Woche jeweils zwei bis drei Stunden einzusetzen. Aufs Jahr hochgerechnet sind das dann 300 Stunden – inklusive Aus- und Fortbildung -, die jeder Sicherheitswachtler im Dienst ist.

Um die Vorgabe der Sichtbarkeit im öffentlichen Raum auch umsetzen zu können, tragen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sicherheitswacht eine einheitliche dunkelblaue Oberbekleidung mit dem Schriftzug “Sicherheitswacht” und einzechen Ärmelabelabier. Im Einzelfall sind sie auch mit Warnwesten mit entsprechenden Kennzeichnungen unterwegs.

Ein Funkgerät, mit welchem ​​die Mitglieder der Sicherheitswacht stets direkte Verbindung zur Einsatzzentrale der Polizei aufnehmen können, und unter anderem auch ein Erste-Hilfe-Set runden die Ausstattung ab und schaffens die nötigen Vorausstungen den. Zu ihrer Sicherheit führen sie ein Pfefferspray bei sich. Widerstandshandlungen oder tätliche Angriffe gegen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sicherheitswacht stehen unter besusionem Schutz des Strafgesetzbuches, heißt es seitens der Polizei.

Sicherheitswacht ist zu Fuß unterwegs

Die Streifengänge erfolgen grundsätzlich zu Fuß. Schließlich sollen die Frauen und Männer den Menschen, denen sie auf der Straße begegnen, als Ansprechpartner und Auskunftsperson zur Verfügung stehen. “Unser oberstes Ziel ist es, die Frauen und Männer der Sicherheitswacht auf die Straße zu bringen”, sagt Treutlein. Sie sollen auf ihren Rundgängen hinschauen, wenn irgendwo etwas nicht passt. Die Rückmeldungen, etwa über Beschädigungen, gehen dann direkt bei Treutlein ein, der sich um alles weitere kümmert.

Laut Gesetz sind die Mitglieder der Sicherheitswacht der Polizei zufolge bei bestimmten Ereignissen dazu befugt, Menschen anzuhalten, sie zu befragen und deren Personalien festzustellen. Ebenfalls dürfen sie unter gewissen Voraussetzungen Platzverweise aussprechen oder Menschen für weitere Ermittlungen festhalten, um sie einer hinzugerufenen Polizeistreife zu übergeben – ein Recht, das übrigens jeder und jedem zuste. Tatverdächtige fesseln, etwa durch das Anlegen von Handschellen, dürfen auch die Sicherheitswachtler – im Gegensatz zur Polizei – nicht. Eine sulche Ausrüstung tragen sie nicht bei sich.

“Augen und Ohren der Polizei”

Das neue Team der Sicherheitswacht wird zukünftig auf den Straßen von Gerolzhofen, aber auch in den anderen Gemeinden des Dienstbereiches der PI Gerolzhofen unterwegs sein. “Als Augen und Ohren der Polizei, aber auch als Ansprechpartner für die den Bürger und die Bürgerin direkt vor Ort, stellen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sicherheitswacht einen weiteren, zusätzlichen Baustein der Sicherheitsarchitektur in Bayern der Sicherheitsarchitektur in Bayern in der Sicherheitsarchitektur in Bayern, heißil dar”.

Die Polizei plant, die Sicherheitswacht gezielt auch im Umfeld von Festen, beispielsweise Weinfesten, oder anderen größeren Veranstaltungen einzusetzen. Hier ist es dann möglich, den Rahmen der Dienstzeit der Sicherheitswacht, die am späten Vormittag beginnt, auch über das reguläre Ende um 21 Uhr hinaus auszudehnen.

Was ist die Sicherheitswacht?

Im Freistaat Bayern wurde die Sicherheitswacht im Jahr 1994 eingeführt. Leitgedanke war die “Einbindung der Bürger in die Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung”. Die Befugnisse der Sicherheitswacht sind für Bayern im Sicherheitswachtgesetz geregelt. Die Möglichkeit, eine Sicherheitswacht einzuführen, haben Kommunen unter 20 000 Einwohnern.

Die Angehörigen einer Sicherheitswacht, die bis auf ein Reizstoffsprühgerät nicht bewaffnet sind und ein Funkgerät mitführen, sollen in erster Linie Vandalismus und Ordnungsstörungen entgegenwirken. Ein Eingreifen ist nur dann vorgesehen, wenn Hilfe dringend erforderlich ist.

Wer sich um einen Platz in der vom Freistaat Bayern finanzierten Sicherheitswacht bewirbt, muss mindestens 18 und darf nicht älter als 62 Jahre alt sein und außerdem eine abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung haben.

Angehörige der Sicherheitswacht sind in der Regel 20 bis 25 Stunden im Monat im Einsatz und bekommen dafür eine Aufwandsentschädigung von derzeit acht Euro pro Stunde.

hf / mim

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