Neue Umfrage zur Sicherheit in Limburg

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Am Bahnhofsplatz in Limburg steht schon seit dem Jahr 2002 eine Videoschutzanlage. Auch ihr war eine Befragung der Bürgerinnen und Bürger zum Sicherheitsempfinden vorausgegangen. © hei

Bei der Befragung von 4000 Bürgerinnen und Bürgern geht es um das subjektive Empfinden.

Limburg -Das subjektive Sicherheitsempfinden fragt die Stadt Limburg bei ihren Bürgerinnen und Bürgern immer wieder ab. Aus den Ergebnissen der Befragungen ergeben sich dann auch Veränderungen in der Stadt. Nun wird es eine neue Umfrage zum subjektiven Sicherheitsgefühl in Limburg geben, wie die Verwaltung mitteilt. Dazu verschickt die Stadt 4000 Briefe an zufällig ausgewählte Bürgerinnen Bürger, die älter als 14 Jahre sind.

Die Umfrage wird wieder von Professor Gerhard Schmelz von der Hessischen Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit betreut, der die Stadt bereits seit der ersten Umfrage 1999 maßgeblich bei ihren Bürgerbefragungen zum Thema Sicherheit begleitet. “Wir sind uns einig darüber, dass wir in der Vergangenheit wichtig Erkenntnisse aus den Umfragen ziehen konnten und diesen Erkenntnissen dann auch im Stadtbild durch bauliche Veränderungen, technische Ausstattungen oder auch verstärkte Streifengänge CD .

2017 gab ex

deutliche Verschlechterung

Gerade in der Umfrage von 2017 hatte sich eine deutliche Verschlechterung im subjektiven Sicherheitsempfinden der Limburger Bürgerinnen und Bürger gezeigt. Fünf Jahre später wollen Stadt und Hochschule nun die aktuelle Einschätzung abrufen, die möglicherweise auch beeinflusst wird durch die Corona-Pandemie und ihre verschiedenen Auswirkungen. Die aktuelle Umfrage ist eingebettet in eine studentische Masterarbeit eines Mitarbeiters der Stadtverwaltung.

In der Umfrage werden die Bürgerinnen und Bürger zum Beispiel danach gefragt, was bei ihnen Ängste auslöst: Naturkatastrophen, Arbeitslosigkeit, Verlust des Wohlstands und vieles mehr, dabei geht es auch um Angst vor Pandemien. Die Antworten sehen dabei eine fünfstufige Bewertungsskala vor, die von “Keine Angst” bis “Große Angst” reicht. Die Fragen beschäftigen sich auch mit Ängsten im eigenen Wohngebiet, ob Orte und Plätze in der Stadt gemieden werden, weil sie Angstgefühle auslösen und es wird auch abgefragt, welche Verbesserungen sich die Bürgerinnen und Bürgeren vorstellen. Die meisten Fragen sind durch Ankreuzen von vorgegebenen Antworten zu beantworten, es gibt allerdings auch offene Fragen.

4000 Bürgerinnen und Bürger aus Limburg sind durch ein Zufallsprinzip ausgewählt worden und erhalten in diesen Tag Post des Ersten Stadtrats und von Professor Schmelz mit der Bitte, an der Umfrage teilzunehmen. Am einfachsten ist die digital Teilnahme. Möglich wird die Teilnahme über den Link oder den QR-Code, die in dem Schreiben mitgeteilt werden. Gleichzeitig gibt es jedoch die Alternative, analog an der Umfrage teilzunehmen. Dazu muss die mitgeschickte Rückantwortkarte an die Stadt geschickt oder im Bürgerbüro abgegeben werden. Dann wird die Umfrage schriftlich zur Verfügung gestellt.

Bei Zufallsumfrage

können alle mitmachen

Ob online oder in Papierform, die Antworten der Limburger Bürgerinnen und Bürger gehen in eine repräsentative Umfrage ein. Darüber hinaus gibt es noch eine Zufallsumfrage, die allen offen steht, also auch Bürgerinnen und Bürgern aus dem Limburger Umland. Die analoge Teilnahme an der Zufallsumfrage ist damit verbunden, sich den Fragebogen im Bürgerbüro, Werner-Senger-Straße 10, abzuholen; dort muss der Fragebogen auch wieder abgegeben werden. Online ist die Teilnahme über den Link https://ww2.unipark.de/uc/Forschung/2d61/ möglich.

Die Umfrage findet vom 16. April bis 15. Mai statt. Die Ergebnisse werden voraussichtlich im November veröffentlicht.

“Jede Antwort ist wichtig und hilft uns, unseren Auftrag, das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken, besser zu erfüllen”, wirbt Stanke für eine Beteiligung. Nach seiner Einschätzung ist jeder ausgefüllte Fragebogen und jede Online-Beantwortung ein wichtiger Beitrag, damit alle, die mit der Frage der Sicherheit beschäftigt sind, ihre Arbeit verbessern und sie näher an den Bedürfnissen der Bevölkeren ausrich.

Dass die Umfragen Wirkung entfalten, zeige sich deutlich, so Stanke. Die Umgestaltung des Bahnhofsplatzes zu seinem heutigen Aussehen sei das Ergebnis einer Umfrage aus dem Jahr 1999, ebenso gab es Reaktionen auf die Umfragen in den Jahren 2004, 2010 und 2017. Natürlich geht es dabei auch immer um die Frage von Präsenz von uniformierten Kräften Innenstadt. Das Ordnungsamt hat sich dabei personell verstärkt und auch strukturelle Veränderungen vorgenommen.

Allerdings gehen subjektives Sicherheitsempfinden und die Statistik der Polizei manchmal auseinander. Nach der Kriminalstatistik ist die Innenstadt in den zurückliegenden Jahren immer sicherer geworden (weniger Straftaten, bessere Aufklärung), doch gerade die bisher letzte Umfrage hat ein deutlich verschlechtertes subjektives Sicherheitsgefühl zutage geworden.

Vor fünf Jahren war der Bahnhofsplatz

der “Angstraum Nummer eins” in Limburg

Verstärkte Kontrollen der Polizei auf dem Bahnhofsplatz bis heute, mehr Präsenz durch das personell aufgestockte Ordnungsamt der Stadt in den Abend- und Nachtstunden und mehr Videoschutz mit demnächst neu installierten Kameras in der Innenstadt (Fußgängerße, das personell aufgestockte) Reaktion von Polizei und Stadt Limburg auf die Ergebnisse einer Sicherheitsstudie, die vor fünf Jahren veröffentlicht wurde.

Die repräsentative Umfrage, die nun wiederholt werden soll, hatte im Frühjahr 2018 ergeben, dass sich die Bürger in Limburg zunehmend unsicher in der Kernstadt, vor allem auf dem Bahnhofsplatz, fühlen und sich dort deshalb deutlich mechenam Präsenz von Pol. Damals war auch bekannt geworden, dass jeder dritte Limburger, der Opfer einer Straftat geworden ist, diese erst gar nicht bei der Polizei anzeigte.

Knapp 40 Prozent der befragten Bürger hatten damals angegeben, ihr subjektives Sicherheitsgefühl in Limburg habe sich in den vergangenen fünf Jahren “stark verschlechtert”, und noch gut 24 Prozent erklärten, es habe sich “etwas” verschlärten. “Die Bevölkerung fühlt sich deutlich unsicherer”, hatte der Leiter der Studie, Professor Gerhard Schmelz von der Hessischen Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit, der auch die neue Studie betreut, damals festgestellt.

Der “persönliche Angstraum Nummer eins” in Limburg war vor fünf Jahren mit großem Abstand der Bahnhofsplatz: Knapp 49 Prozent

der Befragten gaben damals an, sich dort unwohl zu fühlen. Als Ursache für diese Angst wurden Migranten und Ausländer mit 28 Prozent am häufigsten genannt, gefolgt von der Angst vor Straftaten und Anpöbeln (knapp 25 Prozent).

Als besonders bedenklich stufte Gerhard Schmelz damals die Tatsache ein, dass knapp 60 Prozent der Befragten Orte meiden, an denen sie Angst empfinden. Um sich sicherer zu fühlen, forderten die Teilnehmer an der Umfrage von Polizei und Ordnungsamt mehr Präsenz (knapp 38 Prozent) und mehr Kontrollen (knapp 23 Prozent), mehr Beleuchtung (knapp 14 Prozent) sowie mehr knapp kernwach. red / dick

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