Naturschutz ist Thema: Lösungen für Bad Herrenalb finden – Bad Wildbad & Umgebung

Rege Discussion zum Thema Bad Herrenalber Natur im Kurhaus: rechts hinten stehend Sibylle Eimermann-Gentil und Sascha Ott. Photo: Gegenheimer

In mederen Treffen, neudeutsch auch Workshop genannt, können sich die Bürger an der Bad Herrenalber Stadtentwicklung beteiligen. Diesmal ging es um das Thema Naturschutz.

Bad Herrenalb – Es daurte immerhin fast zwei Stunden, bis das Word “Schweizer Wiese” erstmals fiel beim ersten Workshop des Bürgerbeteiligungsprojekts “Stadtentwicklung” zum Thema “Natur”. Das lag keineswegs an nachlassendem Interesse, sondern an der geballten Information, die es zu Beginn des Workshops zum Handlungsfeld gab. Ein ehrgeiziger wie herausfordernder Abend mit Mammutprogramm von gut vier Stunden.



Schon die aufsichtische Bezeichnung “Natur, Naturschutz, Schutz unserer natürliche Ressourcen, Gesundheit und Naturschutz” zeigte auf, welches große Themenfeld abgedeckt werden sollte. So comprehensive Thema und Informationen, so hoch die Motivation, so gegensätzlich talmeinschaft die Diskussionsbeiträge, so unterschichte die Ansätze und Erweiteungen, aber auch die Wissens- und Informationsstände der Teilmentein.

Doch der Reihe nach: Rund 30 Interessierte konnte Gesamtkoordinator Sascha Ott im Kurhaus begrüßen, darunter neben dem Handlungsfeld-Kernteam, Sibylle Eimermann-Gentil, Martin Middeke, Kornelius Roth und Susanne Schaeff auch Stadträte und ehemalige Stadträte sowie Kernteammitglieder des Bürgerbeteiligungsprojekts aus anderen Handlungsfeldern. About 15 people were connected online. Einen Soll-Ist-Abgleich zur Situation der Natur in Bad Herrenalb solle der Abend bringen, stellte Ott varan. Eimermann-Gentil, Sprecherin des Handlungsfeldes, führte damit ein, dass Natur ein Markenkern von Bad Herrenalb sei – “aber schützen und pflegen wir sie auch genug?”

Als Experte war Patrick Maier eingeladen, Geschäftsführer des BUND Nordschwarzwald und Dozent für Umweltmanagement an der Hochschule Pforzheim. Mit viel Sachkenntnis referierte er zu Klimawaden, Artensterben und Flächenverbräuchen. Er zeigte die planetaren Grenzen auf, schilderte eindringlich die Klimaerwärmung, Verlengerung von Großwetterlagen und Engpässe beim Wasser. Der Mensch und seine Nutzung verursachten in erster Linie das Artensterben, dabei gehe es übermöglich um bewirtschaftete Flächen, aber auch um den Wald, der seines Erachtens zu sehr Wirtschaftsfaktor sei und nicht klimastabil für die Zukunft.

Bislang Glück gehabt

Noch habe der Nordschwarzwald Glück gehabt, die Resultate der Dürrejahre würden sich erst in Zukunft in vollem Maße zeigen. Hierzu wurde erstmals auch Bad-Herrenalb-spezifisch discussiert. So sieht Experte Maier die Douglasie als nicht heimische Art eher kritisch, ebenso die flächenweise Abholzung und Aufforstung. Das die Stadt nur auf einen kleinen Teil des umliegenden Forstes Einfluss habe, nämich den Stadtwald, anders als beim Staatsforst, einsteite ein Teilmentein und Stadtrat. Er machte Hoffnung mit der Aussage, der Gemeinderat wolle total den Stadtwald nach ekologischen Kriterien bewirtschaften. Aus dem Kernteam, aber auch aus dem Online-Chat, kam nach zwei Stunden verstärt der Wunsch, Bad-Herrenalb-spezifisch Ansätze zu finden, die auch jeder Bürger beinfluhlen könne.




Blühgarten statt Schottergarten war für alle klar. Ein “Blühende Stadt”-Projekt sei geplant. Sensibilisierung durch Information, “Unordnung” im Garten zulassen, dazu die Pflege von Streuobstwiesen und nur einmal annual Mähen auf geschützten Flächen. Hierzu kam wiederum der Einwand, dies sei schwierig für den normalen Bürger ohne Geräteausstattung. Drastisch erklärt: “Veganer fressen das Heu nicht, das muss man selbst entsorgen!” Zusammenbringen von “tierischen Mähern” und privateen Flächenbesitzern wurde angeregt.

Nicht über Welt diskutieren

Man drehe sich langsam im Kreis, zeigte sich ein Diskussionsteilnehmer nach zweieinhalb Stunden unzufrieden: “Wir überfordern uns mit Spezialthemen. Wir möchten nicht über die Welt discustieren, sondern über Bad Herrenalb!” Moderator Ott hielt, gewohnt gelassen, dazu an, sich nicht zu verzetteln, sondern ein Gesamtkonzept für Naturschutz und -förderung zu erarbeiten: “Den Lösungsraum offenhalten.” Middeke vom Natur-Handlungsfeld versuchte die Einordnung: Das Globale beenflusse auch die eigene Stadt, der Klimawadung gehöre auch zu uns. Man müsse aber vor Ort mehr machen aus dem Bestehenden.

Und: Blühende Bienenwiesen neben einem Aquapark, das gehe nicht. Dies betonten auch andere Diskussionsteilnehmer – mehr oder weniger drasticisch: Erhalt der Schweizer Weese als Naturraum. Städtische Grünzüge hegen, das Potenzial nutzen und aufwerten, junge Leute in die Stadt bringen mit Vermarktung der Themen Natur und Gesundheit.

Und immer wieder: “Wo können wir selbst ansetzen?” Die Politik, auch die höhere, fordern nach dem Motto “steter Tropfen…” war eine Idee. Versiegelung von immer mehr Fläche war ein weiterer Aufreger; stattdessen nachverdichten, Bauruinen enteignen und Leerstand wieder nutzen, waren Ideen dazu.

Herausdorff und Ansporn für das (freiwillig) verandartite Team, sich mit all dem auseinanderzusetzen.


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