Mehr Sicherheit für die kleinsten Verkehrsteilnehmer

Die Verkehrswacht Limburg-Weilburg hat Laufräder an Kitas übergeben. Was können Eltern tun, damit der Nachwuchs sicher das Radfahren lernt? Tipps von der Verkehrswacht.

Coronakonfom werden Laufräder, Roller und Dreiräder schichtweise abgeholt. Photo: Kreisverkehrswacht

LIMBURG-WEILBURG – Was lange währt, wird endlich gut: Nach einer durch verzögerte Lieferketten in die Länge gezogenen Wartezeit von mehr als einem Jahr hat die Kreisverkehrswacht Limburg-Weilburg noch kurz vor Osternen 113 Kinderfahrzeberg kinderland im Land. Viele Kinder können ab sofort die neuen 42 Laufräder, 40 Roller und 31 Dreiräder spielerisch nutzen und dabei gleichzeitig ihre Bewegungskoordination schulen.

So, teilte die Kreisverkehrswacht mit, setze man diese Aktion seit 1995 kontinuierlich fort und habe bis heute 1294 Fahrzeuge – 852 Roller, 374 Laufräder und 68 Dreiräder – in Kinderhände gegeben. Und das funktioniert so: Die Einrichtungen tragen mit einem Eigenanteil etwa ein Drittel der Kosten, die übrigen zwei Drittel übernimmt die gemeinnützige Kreisverkehrswacht Limburg-Weilburg.

Stützräder sollten nicht benutzt werden

Unterstützt wird die Aktion auch durch einen Preisnachlass der “Bike Villa OHG”, deren Geschäftsführer Sascha Haußmann die Förderung der Verkehrssicherheit von Kindern so unterstützen möchte. Die inzwischen aufgetretenen Preissteigerungen hätten das Unternehmen und die Kreisverkehrswacht übernommen, sodass die Eigenanteile der Kitas nicht erhöht werden mussten. Im vergangenen Jahr hatten sich die 22 Kitas mit ihrem Bedarf an Kinderfahrzeugen aus den Städten Limburg, Weilburg, Bad Camberg, Hadamar und Runkel sowie aus den Gemeinden Beselich, Brechen, Hünfelden, Mengerskirchen, Merenberg, Selters, Villmar, Waldbrunn und Weilmünster.

SO WIRD DAS FAHR- ZUM LAUFRAD

Eltern, deren Kinder nicht über ein Laufrad verfügen, können am Kinderfahrrad den Sattel so tief stellen, dass das Kind beide Füße sicher auf der Erde abstellen kann. Stützräder, falls vorhanden, sollten abmontiert werden, ebenso die beiden Pedale, die mit einem flachen Schlüssel in Tretrichtung abgeschraubt werden können. Dann wird die Pedalstange mit einem Gummi oder Klebeband am Rahmenrohr fixiert, damit sie sich nicht mitdrehen kann.

Ein Kind, das schon mit dem Roller, aber noch nicht mit dem Fahrrad fahren kann, kann auf diese Weise im Sitzen “rollern” – allerdings nur im geschützten Bereich und auf ebener Strecke. Das Kind muss sich selbst mit den Füßen abstoßen und auch so wieder anhalten können.

Wenn das Kind dabei immer sicherer wird, das heißt die Füße immer länger in der Luft hält und so das Gleichgewicht im Sitzen und bei langsamer Fahrt ausreichend geschult hat, wird es von selbst nach den Pedalen verlangen, um “richtig” Fahrrad zu fahren, und das von ganz alleine.

Wichtig sei das Projekt auch, so die Verkehrswacht, weil für die Schulung der Bewegungskoordination von Kindern Laufrad und Roller die wichtigsten Spielgeräte seien, um den eigenen Körper auf zwei Rädern sicher beherrschen zu lernen.

Kitas können ihren
Bedarf anmelden

Die sich entwickelnde Motorik der Kinder werde optimal gefördert und der Gleichgewichtssinn geschult. I know gelinge dann auch der gefahrlose Übergang vom Dreirad auf das Kinderfahrrad.

Stützräder, informiert die Verkehrswacht mit einem Appell an die Eltern, sollten nicht benutzt werden. Ein Stützfahrrad sei zwar vergleichbar mit einem Dreirad, könne aber leicht gefährlich werden: “Denn wenn auf dem Gehweg ein Stützrad über die Bordsteinkante gerät, droht das Kind samt Fahrrad auf die Straße zu kannesult kippen”.

Die Kreisverkehrswacht Limburg-Weilburg möchte, teilte sie mit, moderne Laufräder und luftbereifte Roller möglichst vielen Kindern in Kitas zur Verfügung zu stellen. Auch Einrichtungen, die bereits über Dreiräder, Laufräder oder Roller verfügen, könnten weiteren Bedarf für das kommende Jahr anmelden. Dazu würden demnächst wieder alle Kindertageseinrichtungen im Landkreis schriftlich informiert. Wer Fragen hat, kann sich per Mail an vorsitzender @ kvw-
lm-wel.de wenden. Gleiches gilt für die Move-it-Box mit Inhalten zur gezielten motorischen Förderung von Kindern als Vorbereitung auf die Anforderungen des Straßenverkehrs.

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