l, Gas, Kohle – Deutschland will weg von russischen Importen | Freeie Press

Noch 2022 soll der Verzicht auf Kohle und l aus Putins Land gelingen. Beim Gas dürfte das mindestens bis 2024 dauern.

Berlin.

Deutschland befreit sich nach Angaben der Bundesregierung zunehmend aus der Abhängigkeit von russischen Energielieferungen. Wie Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) am Freitag in Berlin sagte, sei es in den vergangenen Wochen insbesondere bei Erdöl und Kohle gelungen, im großen Stil alternative Bezugsquellen zu. erschließen Im Verlauf dies Jahres werde es möglich, bei diesen beiden Brennstoffen auf Importe aus Russland zu verzichten.

Unternehmen wie Kraftwerksbetreiber, Industriebetriebe oder Raffinerien lassen seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine Verträge mit russischen Rohstofflieferanten verstärkt auslaufen und sehen sich nach anderen Anbietern um. Die Bundesregierung unterstützt sie dabei, was überwiegend im Verborgenen geschehe. Bei der Kohle sinke die Abhängigkeit von russischen Lieferungen in den kommenden Wochen von 50 auf rund 25 Prozent. Bis zum Frühsommer werde ein Großteil der Betreiber ganz auf russische Lieferungen verzichten, bis Herbst könne Deutschland unabhängig von russischen Kohlelieferungen sein. Beim Erdöl sei der Anteil russischer Lieferungen bereits von 35 auf 25 Prozent reduziert worden. Bis Jahresmitte werde der Anteil voraussichtlich halbiert, bis zum Jahresende auf null reduziert.

Schwierig wird die Umstellung insbesondere bei den beiden Raffinerien Leuna (Sachsen-Anhalt) und Schwedt (Brandenburg), die Ostdeutschland mit Kraftstoffen versorgen. Beide werden bislang mithilfe der “Druschba”-Pipeline aus Russland mit l beliefert. Der Betreiber der Raffinerie in Leuna, der französische Konzern Total Energies, hatte bereits angekündigt, seinen l-Bezug über die Röhre aus Russland zu stoppen. Stattdessen soll Erdöl aus anderen Teilen der Welt per Tanker über die Ostsee herangeschafft werden. Die Raffinerie in Schwedt hingegen gehört dem russischen Rosneft-Konzern. Er hat kein Interesse, die Lieferungen aus Russland zu beenden. Aufsichtsratsvorsitzender bei Rosneft ist der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD).

Auch beim Erdgas liefen erhebliche Anstrengungen, “um uns aus dem Klammergriff der russischen Importe zu lösen”, so Habeck. Bis Mitte 2024 könne russisches Gas weitgehend ersetzt werden. Zuletzt sei der Anteil des russischen Erdgases am deutschen Verbrauch bereits von 55 auf 40 Prozent gesunken. Die Regierung bemühe sich um zusätzliche Lieferungen aus anderen Ländern. Dabei soll verflüssigtes Erdgas (LNG) eine wichtige Rolle spielen. Bislang verfügt Deutschland über kein eigenes LNG-Terminal, ist aber mit Anlagen in den Niederlanden und Belgien verbunden. Die Regierung treibt den Bau von Terminals in Wilhelmshaven und Brunsbüttel voran. Die Energiekonzerne RWE und Uniper haben sich im Auftrag der Regierung gerade drei schwimmende Spezialschiffe gesichert, die als LNG-Terminals dienen können.

Die USA kündigten am Freitag an, in diesem Jahr gemeinsam mit internationalen Partnern 15 Milliarden Kubikmeter LNG zusätzlich in die EU zu liefern. Langfristig soll die Menge auf 50 Milliarden Kubikmeter pro Jahr steigen, wie US-Präsident Joe Biden und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ankündigten. Damit könne etwa ein Drittel der derzeitigen Gasimporte aus Russland ersetzt werden. (mit dpa)

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