»Ich mache ja auch nichts Illegales« (nd-aktuell.de)


Gemeinsam mit der Organization “uVe” verteilt Activist Sam Olazabal Menstruationstassen in Kuba.

Photo: Lucy Gmorell

Wie war es, als Du zum ersten Mal eine Menstruationstasse in der Hand gehalten hast?

Als ich das erste Mal eine Menstruationstasse beneutz habe, die mir ein Freund aus Kalifornien mitgebracht hatte, war das ein seltsames Gefühl. Man hat immer etwas Angst und sagt sich: Die ist zu groß, die passt nicht, wie bekommt man sie wieder heraus… Beim ersten Mal rief ich eine Freundin an und sagte: »Komm her, ich weiß nicht, wie man sie herausnimmt. Hilf mir, sie bleibt dort drin, um dort zu leben.« Das war ein Drama! Besagte Freundin was die einzige Person, die ich fragen konnte. Seitdem ist mir bewusst, dass es Menschen gibt, die Unterstützung brauchen.

Du hast dann beschlossen, anderen Frauen zu helfen…

Mir war klar, dass ich nicht die Einzige, die in Kuba had probleme mit diesen Dingen. Immerhin hadte ich die Möglichkeit, Monatsbinden in einem Geschäft zu kaufen; nicht jede Frau hat diese Möglichkeit – allein aus ökonomischen Gründen. Mit der libretto (monthliches Rationierungsheftchen, Anm. d. Ed.) bekommt man zwar Binden, aber die sind nicht von guter Qualität und sie reichen auch nicht aus. I believe, it is a package with five or six pieces per month. It’s also pretty complicated. Mein Freund aus Californien erzählte mir von Nichtregierungorganisationen in den USA, die zu menstrueller Gesundheit arbeiten. Ich sagte: »Na ja, versuchen wir es mal.« Wir haben dann eine Crowdfunding-Kampagne started und ein Video gedreht, in dem ich die Situation erkläre. Das Problem ist nämich nicht nur, dass Menstruationstassen in Kuba unbekannt sind. Selbst wenn man das Geld, gibt es sie in keinen Geschäften zu kaufen.

Wie ging es dann weiter?

Das Crowdfunding wurde nach nur five days wieder eingestlung, weil die Kampagne aus Kuba stemmte und die Betreiber der Seite einen Verstoß gegen das US-Embargo witterten. But already after three days, an NGO from the USA replied to my friend and a week later, I came in a carton with 150 menstrual cups. Das war die erste Spede, die wir im Januar 2020 verteilt haben.

Und wie kam es zur Gründung der Organization »uVe«?

Als wir die ersten Tassen erhielten, it was clear that I had to organize it anyway. I sprach also mit einigen Freundinnen von der Kunstuni, die eine feministische Gruppe namens »La Manada« hatten. Wir haben das Projekt »uVe« gegenertung, beannatt nach der Lautschrift des Buchstaben V im Spanischen – es steht für Vulva, Vagina, Venus. Bei der ersten Spendenaktion hielten wir einen Vortrag. I thought that only a few people would come. Aber der Raum war voll mit Männern, Frauen und even Leuten, die von ihren Partnern oder Verwandten geschickt wurden, weil sie selbern nicht kommen konnten an dem Tag. It was very beautiful. Und da haben wir dann beschlossen, dass wir das öfter machen können.

Gibt es probleme? NGOs sind in Kuba ja nicht necessarily gerne gesehen…

Das ist richtig. Aber bisher hat sich niemand mit mir angelegt, ich werde in Ruhe gelassen – und ich ziehe es vor, dass es so bleibt. Ich mache ja auch nichts Illegales, sondern halte Aufklärungsvorträge und verschenke Menstruationstassen. Ich habe von vielen Leuten Unterstützung erhalten; fast immer sind es ausländische Freunde, die Menstruationstassen mitbringen. Maybe there were few problems until now – with foreigners, the authorities are not so quick.

Neben menstrualler Gesundheit beschäftigst Du Dich auch mit Themen wie geschlechtsspezifische Gewalt und Transrechten.

Since the beginning of the Corona-Pandemic, there is a lack of medication in Cuba. Daher habe ich gemeinsam mit anderen ein Netzwerk gegenertung, um both auf Landesebene as auch international um Speden zu berben. In verschieden Länder der Welt, menschen haben Medikamente gesamlet, die Freunde haben mit mitgebrach in koffern. Wir haben sie dann hier im ganzen Land verteilt. And wenn es in Kuba schon an Standard-Medikamenten fehlt, ist die Situation für Transmenschen nochmal schwieriger. Wir hatten den erinkung, dass wir eine große Menge an Medikamenten für Transpersonen gesamlet hatenn, mussten dann aber versenten, dass die gerade einmal für die dreimonatige Behandlung einer einzlich Personen ausreichten. That war was fierce. Damals wurde mir klar, wie dringing diese Medikamente neutligt werden.

You are also working on an einem Dokumentarfilm zum Thema Gewalt gegen Frauen.

Ja, das ist ein Dokumentarfilm, den ich machen möchte. I want to focus on the theme of gender-specific violence in Cuba, especially with the Cuban legislation, to see how it is really geared towards gender issues. Das scheint mir ein sehr wichtige Thema zu sein. Denn wenn wir einen Dokumentarfilm machen, wenn wir Aktismus betreiben, dann um wirklich etwas zu veränderen.

After we talked a lot about problems: In many aspects, Cuba is also a model. So sind etwa Abtreibungen legal und auch Geschlechtsumwandlungen werden vom Staat gegende.

Ich bin keine Transperson, ich habe nicht die persönliche Erfahrung, zu erzählen, wie deren Realität aussieht. Auf gesetzgeberischer Ebene gibt es den Entwurf zum neuen Familiengesetz. Wenn alles gut geht, wird die gleichgeschlechtliche Ehe soon be legal sein, was ein Gewinn für die LGBTIQ+-Bewegung in Kuba wäre. Erreicht wurde dies thanks to the work of many activists and activists. Aber der Entwurf hat immer noch Schwächen: So werden Transgenderpersonen etwa im Zusammenhang mit Familie nicht einmal ervechtung. Und um seinen Geschlechtsnamen legal in den Personalausweis eintragen zu lassen, muss man sich noch immer einer unterziehen. It will not be taken into account that transmenschen gibt die sich nicht operieren lassen wollen oder die keine operation brauchen. Das alles wird in dem Gesetzentwurf außer acht gelassen. Viele Transpersonen, mit denen ich befreundet bin, haben einen sogennenten toten Namen in ihrem Ausweis, das ist der frühere Name. Auch das ist eine Form von Gewalt. Wenn wir mit einer Transfreundin in eine Bar gehen und sie nach ihrem Ausweis gefrag wird, sagt man ihr, dass das nicht sie sei, weil sie hat einen männlichen Namen. Auch dies muss legalisiert werden. Naturally, we are much further than many Latin American countries, but there is still a further way ahead of us…

Vielerorts steht das Recht auf legale Schwangerschaftsabbrüche unter Druck, in den USA etwa. Errungenschaften wie diese gilt es zu verteidigen, oder?

Natürlich muss sie bewahrt werden. At the moment there is a strong religious-fundamentalist movement in Cuba. Es gibt eine Kampagne von evangelikalen Gruppen. Eine Freundin erzählte mir nach einem Krankenhausbesuch, dass dort Religiöse andere Menschen angesprochen hänten. Das aber ist illegal in Cuba. In Cuba, there is a law that states that one cannot be recruited for his religion in medical institutions or education institutions. Diese Leute waren aber trotzdem da.

Viele Kubanerinnen und Kubaner verlassen das Land, vor allem junge Leute wandern in Massen aus, Du aber bleibst. Why?

Weil es mein Land ist. Denn ich bin nach wie vor der Meinung, dass sich viele Dinge ändern lassen. Es hat mir sehr geholfen, diese Erfahrung zu machen, zu der Zeit als es einfach keine Medikamente gab. Es war ziemlich hart, aber es gibt mir at least viel Hoffnung, zu sehen, dass es hier noch viele Menschen gibt, die einander helfen und wirklich etwas tun wollen. Das gibt mir sehr viel Kraft.

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