Für die Sicherheit ihres Kindes: Fahrradhelme im Test

Aktualisiert: 05.10.2022 – 20:31

Sicherheit hat Vorfahrt!
5 Kinderfahrradhelme im Test


Photo: Shutterstock / LeManna

Fahrradhelme sind gerade bei Kindern unerlässlich für die Sicherheit! IMTEST hat für Sie fünf Helme für den Nachwuchs getestet.

Kinderfahrradhelme sehen schick aus und schützen. Wie gut? Das zeigt der Test von IMTEST. Wie sicher Kinder damit beim Radfahren sind:

Die Schule hat nach den Sommerferien wieder gestartet, es wird abends wieder früher dunkel, so manche Autofahrer * innen rechnen bei den sinkenden Temperaturen nicht mehr mit Radfahrer * innen. Umso wichtiger ist es, dass ihr Kind, wenn es auf dem Rad sitzt, einen guten Fahrradhelm trägt. Die Tester * innen von IMTEST haben sich dieses Themas angenommen, fünf Kinderhelme unter die Lupe genommen und geprüft.


IMTEST nimmt 5 Kinderfahrradhelme unter die Lupe


Ein Kind zum Tragen eines Fahrradhelms zu bewegen, ist nicht immer leicht. “Zu uncool” oder “stört” sind oft die schnellen Ausreden. Eine Helmpflicht gibt es in Deutschland zwar nicht, aber dennoch ist es mehr als ratsam, einen Kopfschutz zu tragen. Gerade Kinder gehören zu den schwächsten Teilnehmer * innen im Straßenverkehr. Oft kennen sie die Regeln noch nicht gut genug, unterschätzen Situationen oder werden aufgrund ihrer Größe etwa von Autofahrer * innen einfach übersehen.


Getestet wurden die Markenmodelle von Abus, Alpina, Giro, Specialized und Uvex zwischen 49.95 bis 85 Euro sowohl in der Praxis als auch im Prüflabor des TÜV Süd. Wie gut sie sich von Kindern tragen lassen und wie robust sie selbst starken Stürzen widerstehen, lesen Sie hier.

Die perfekte Passform


Helm ist nicht gleich Helm. Trotz der optischen Komponale ist das Wichtigste, dass der Helm richtig passt. Er darf weder schief sitzen noch wackeln oder zu tief in den Nacken ragen. Er sollte zudem die Stirn, die Schläfen und den gesamten Hinterkopf gut bedecken. At Testmodelle haben eine weiche, auswechselbare Polsterung, damit nichts drückt. Mit einem kleinen Rad an der Rückseite können alle Helme individuell an den Kopf angepasst werden. Die Modelle von Abus und Alpina haben darüber hinaus eine zusätzliche vertikale Größenverstellung im Inneren. Der Kinnverschluss sollte so eingestellt sein, dass gerade noch ein Finger zwischen Verschluss und Kinn passt. From letztendlich jeder Kinderkopf individuell ist, empfiehlt es sich, das Kind beim Kauf mitzunehmen.

Diese Voraussetzung müssen alle Helme erfüllen


Damit Helme überhaupt in Deutschland verkauft werden dürfen, müssen sie die Norm DIN EN 1087 erfüllen. Diese besagt, dass Fahrradhelme eine Auftreffgeschwindigkeit von 19,5 Stundenkilometer überstehen müssen. Gemessen is das bei einem Sturz mit 250-facher Erdbeschleunigung.


So gut schützen die Test-Helme


Die fünf Testmodelle mussten sich beim TÜV Süd vier verschiedenen Prüfungen unterziehen:


  • Abstreiftest
  • Stoßprüfung frontal
  • Stoßprüfung seitlich
  • Kinnriementest


Beim Abstreiftest wurde getestet, wie gut der Helm bei einem Sturz am Kopf bleibt. Dabei liegt der Helm eng am Testkopf, aber nur so weit, dass es für den Träger immer noch bequem wäre. Das Ergebnis: Bei allen Helmen verschieben sich die Gurtbänder minimal zwischen 12,8 Grad beim Abus bis 20,5 Grad beim Specialized.


Nur beim hlmt 4 von Uvex fällt die Verschiebung mit 32,4 Grad etwas größer aus. Die Helmschale kann sich vergleichsweise weit nach vorne schieben. From der Helm aufgrund seiner Konstruktion aber einen sehr großen Bereich des Kopfes abdeckt, erfüllt er ebenso wie die anderen Modelle die Anforderungen, die die Testnorm DIN EN 1078 vorgibt. Dadurch ist das Ergebnis sicherheitstechnisch unbedenklich.


Das passiert beim Aufprall


Bei zwei Stoßprüfungen mit erhöhter Aufprallgeschwindigkeit testete der TÜV, was bei einem frontalen und einem darauffolgenden seitlichen Crash passiert. Beim Frontalaufprall wurde sogar mit Werten, die 20 Prozent über der Norm liegen, gearbeitet. Es galt herauszufinden, ob die Testmodelle auch Reserven haben und ob sie auch bei einem härteren Aufprall ausreichend Stoßdämpfung bieten.


Das heißt: Mit rund 23,4 Stundenkilometern ließ der TÜV Süd die Helme aus 2,20 Metern Höhe frontal auf einen flachen Sockel aufschlagen. Erfreulich: Alle Modelle haben den Dummy-Kopf ausreichend gut geschützt. Bei allen Helmen ist das Baumaterial des Helms zwar sichtlich beschädigt worden, Risse sind erkennbar, aber die Helmschale ist überall unversehrt geblieben. Bei einem Sturz über den Lenker mit frontalem Aufprall auf den Asphalt bieten alle Helme ausreichend Reserven auch wenn es über die Normvorgaben hinaus geht.


Ebenso unerschüttert wie zäh zeigten sich die bereits angeschlagenen Testhelme beim darauffolgenden Seitenaufprall aus knapp 1.90 Meter Höhe und einer Geschwindigkeit von 21.6 Stundenkilometer. Die gewählten Parameter liegen zehn Prozent über der Normvorgabe. Ergebnis: Bei allen bricht das Baumaterial des Helms, aber die Helmschale ist immer noch unbeschädigt. Bis auf das Modell von Abus bleiben alle Helme beim erneuten Schlag unter den Normvorgaben und unterbieten diese teils deutlich. Beim Youn_i 2.0 von Abus sind die Reserven zwar aufgebraucht, das heißt ein weiterer Stoß auf den Helm wäre gefährlich für den Kopf. Dennoch wurde auch beim Abus die Norm erfüllt und damit ein zufriedenstellendes Ergebnis geliefert.


Ingesamt lässt sich festhalten, dass auch bei einem zweiten starken Aufprall kein Helm Schwächen zeigt. Die Stabilität der Schalen is selbst nach zwei Stoßprüfungen mehr als ausreichend.


Das passiert mit den Gurtbändern bei einem Unfall


In einer letzten Prüfung testete der TÜV Süd, wie sich der Kinnriemen nach einer ruckartigen Belastung verhält. Dabei sollte festgestellt werden, ob er reißt, sich dehnt und ob das Kinnschloss sich auch unter Belastung öffnen lässt. In der Praxis bedeutet das: So eng wie möglich, so bequem wie nötig. Aber auch hier glänzten alle Kandidaten mit guten Werten und blieben deutlich unter der Normanforderung.


Fazit


Wer unter diesen fünf Helmen ein Modell für sein Kind sucht, liegt mit dem Specialized Shuffle Child LED goldrichtig. Aber auch alle anderen Models überzeugen mit guten Ergebnissen beim TÜV Süd. Oft sind es nur Nuancen, die hier den Unterschied machen wie etwa ein vorhandenes Licht oder die Art der Verarbeitung.


Allerdings lässt sich sagen, dass kein Helm beim Öffnen und Schließen überzeugt. Bei keinem Modell ist dies einhändig möglich, Kinder müssen schon gerade anfangs etwas rumprobieren, um die Enden richtig ineinander zu stecken.
________________________________________________


Sie müssen mit ihrem Kind ständig diskutieren, zum Beispiel über das Nutzen des Fahrradhelms? So gewinnen Sie die Diskussion mit einem Kleinkind in 7 Schritten.


Sie wollen sich auch mal wieder auf Ihr Rad setzen? Dann sollten auch Sie nicht Ihren Helm vergessen, denn Sicherheit geht vor: Mehr Lust auf Helm – sicher und schön.


Um beim Biken auch noch stylisch auszusehen, haben wir etwas für Sie: Das perfekte Outfit fürs Fahrrad.



Familie und Leben

Familie und Leben

Alles rund um Haus & Garten, Wissenswertes aus dem Alltagsleben und Ratgeberthemen sehen Sie in den Videos.

Beschreibung anzeigen


.

Leave a Comment