FEIERTAGS-BERBLICK Wirtschaft, Politik/15. April 2022 | Nachricht

Die wichtigsten Meldungen zu Wirtschafts- und Politikthemen aus dem Wochenendprogramm von Dow Jones Newswires.

EZB: konomen heben Inflationsprognose 2022 auf 6,0 Prozent an

Die regelmig von der Europischen Zentralbank (EZB) befragten Professional Forecasters haben ihre Prognosen fr die Inflation im Euroraum angehoben und rechnen 2022 mit einer doppelt so starken Teuerungsrate wie bisher, sowie 2023 von mit einer rate 2 Laut dem aktuellen Survey of Professional Forecasters prognostizieren die Experten fr 2022 einen Anstieg der Verbraucherpreise um 6,0 (bisher: 3,0) Prozent und fr das Jahr 2023 von 2,4 (1,8). Fr das Jahr 2024 wird weiterhin eine Teuerungsrate 1,9 Prozent erwartet. Langfrisig sehen die Experten die Inflation bei 2,1 (2,0) Prozent.

New Yorker Konjunkturindex steigt im April unerwartet deutlich

Die Geschftsaktivitt des verarbeitenden Gewerbes im Groraum New York ist im April unerwartet deutlich gestiegen. Der von der Federal Reserve Bank of New York ermittelte Index fr die allgemeine Geschftsttigkeit im verarbeitenden Gewerbe des Distrikts erhhte sich auf plus 24,6. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Stand von 0 prognostiziert.

US-Industrie fhrt im Mrz Produktion hoch

Die Industrie in den USA hat im Mrz ihre Produktion den dritten Monat in Folge hochgefahren. Sie stieg im Vergleich zum Vormonat um 0,9 Prozent, wie die Federal Reserve mitteilte. Getrieben wurde der Anstieg durch einen Aufschwung in der Fahrzeugproduktion – ein Zeichen dafr, dass das verarbeitende Gewerbe trotz anhaltender Lieferengpsse und hoher Kosten seine Wachstumsdynamik beibehielt. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten eine Zunahme um 0,4 Prozent prognostiziert.

PBOC belsst Zins fr mittelfristige Kreditfazilitt unverndert

Die chinesische Zentralbank hat ihren Zins fr Kredite aus ihrer mittelfristige Kreditfazilitt unerwartet unverndert gelassen. Am Markt war eine Zinssenkung erwartet worden, um das sich abkhlende Wirtschaftswachstum angesichts des Aufflammens der Covid-19-Ausbrche zu sttzen. Die People’s Bank of China (PBOC) teilte mit, sie habe 150 Milliarden Yuan (ca. 21,8 Milliarden Euro) an Liquiditt ber ihre Medium-Term Lending Facility (MLF) bereitstellt, fr die Banken einen Zinssatz von 2,85 Prozent zahlen – genauso viel wie bei der letzten Operation der Zentralbank. Die PBOC stellte auerdem 10 Milliarden Yuan ber siebentgige Reverse-Repo-Geschfte zu einem Zinssatz von 2,1 Prozent zur Verfgung, der damit ebenfalls stabil blieb.

PBOC kndigt Senkung des Mindestreservesatzes fr Banken an

Die chinesische Zentralbank hat angekndigt, die Hhe der Einlagen, die Banken beiseitelegen mssen, herabzusetzten. Damit setzt die People’s Bank of China (PBOC) 530 Milliarden Yuan (77 Milliarden Euro) an Liquiditt fr die Wirtschaft frei, die mit dem schlimmsten Covid-19-Ausbruch seit Beginn der Pandemie zu kmpfen hat. Die Notenbank kndigte an, den Mindestreservesatz (RRR) der Banken um 0,25 Prozentpunkte zu senken, wodurch der gewichtete durchschnittliche Mindestreservesatz fr das gesamte Bankensystem von 8,4 Prozent sinken auf 8,1 Prozent auf 8,1

Lindner braucht noch einmal 35 Milliarden Euro neue Schulden – Magazin

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) sieht fr den Ergnzungshaushalt dies Jahres zustzliche Schulden in Hhe von rund 35 Milliarden Euro vor. Das geht nach Informationen des Nachrichtenmagazins Spiegel aus dem gegenwrtigen Stand der Planungen des Bundesfinanzministeriums hervor. Lindner braucht die Mittel, um die jngsten Entlastungspakete fr Brger und Wirtschaft gegen die Auswirkungen des Ukrainekriegs zu finanzieren. Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums erklrte gegenber Dow Jones Newswires, das Ministerium kommentiere wie blich keine einzelne Berichterstattung.

Bund trickst bei Bahninvestitionen – Magazin

Das Versprechen von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP), 2022 mehr Geld ins Schienen- als ins Straennetz zu investieren, beruht offenbar auf einem Rechentrick. Das gehe aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Frage des Bundestagsabgeordneten Victor Perli (Die Linke) hervor, berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel. Die Investitionen in die Schiene enthalten demnach laut Haushaltsentwurf Planungsleistungen, die den Bahngeldern anteilig zugerechnet werden. Lege man dasselbe Kriterium an die Ausgaben fr den Straenbau an, wrden diese um rund 980 Millionen Euro stiegen – und so die Mittel fr den Bahnverkehr bersteigen.

Habeck will mehr Waffen an Ukraine liefern – aber keine Flugzeuge und Panzer

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grne) dringt auf eine Ausweitung der Waffenlieferungen in der Ukraine. “Es mssen mehr Waffen kommen”, sagte der Vizekanzler den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. “Wir knnen die Ukraine in dem Krieg nicht alleine lassen. Sie kmpft auch fr uns. Die Ukraine darf nicht verlieren, Putin darf nicht gewinnen.”

Biden will Michael Barr fr US-Bankenaufscht nominieren

Die Regierung von US-Prsident Joe Biden kndigte die Ernennung von Michael Barr, einem ehemaligen Beamten des Finanzministeriums, zum Chef der Bankenaufsicht bei der Notenbank Federal Reserve zu nominieren. Der Posten, der zu den wichtigsten Finanzaufsichtsmtern gehrt, ist schwer zu besetzen. Im vergangenen Monat zog die erste Kandidatin von Prsident Joe Biden, Sarah Bloom Raskin, ihre Kandidatur zurck. Ihre Haltung zum Klimawandel war bei den oppositionellen Republikanern und einem einflussreichen demokratischen Senator auf Kritik gestoen.

CIA warnt vor mglichem russischem Einsatz kleinerer Atomwaffen

Der US-Geheimdienst CIA hat davor gewarnt, dass Russland im Ukraine-Krieg kleinere Atomwaffen einsetzen knnte. Angesichts einer “mglichen Verzweiflung” ber militrische “Rckschlge” knnte der russische Prsident Wladimir Putin den Einsatz “taktischer Atomwaffen oder Atomwaffen mit geringer Reichweite” anordnen Burn, sagte CIA-s. “Wir sind natrlich sehr besorgt”, sagte Burns, der gleichzeitig betonte, dass es bislang “nicht viele praktische Beweise” fr Vorbereitungen auf den Einsatz solcher Waffen gibt.

Moskau warnt vor “Konsequenzen” bei Nato-Beitritt Finnlands und Schwedens

Russland hat Finnland und Schweden erneut vor den “Konsequenzen” eines mglichen Nato-Beitritts gewarnt. Helsinki und Stockholm mssten “verstehen, welche Folgen ein solcher Schritt fr unsere bilateralen Beziehungen und fr die europische Sicherheitsarchitektur insgesamt hat”, erklrte die Sprecherin des russischen Auenministeriums, Maria Sacharowa. Auch werde eine Mitgliedschaft Schwedens und Finnlands in der Nato “wahrscheinlich nicht zur Strkung (ihres) internationalen Ansehens beitragen”. Die Politik der Blockfreiheit der beiden Lnder biete “ein verlssliches Sicherheitsniveau”, whrend die Mitgliedschaft in einem Militrbndnis “nicht in der Lage ist, ihre nationale Sicherheit zu strken”. Beide Lnder wrden “sich automatisch an der Front der Nato wiederfinden”.

Russischer Politiker in den USA der illegalen Einflussnahme beschuldigt

Der russische Politiker Alexander Babakow ist von der US-Justiz der illegalen Einflussnahme und Propaganda beschuldigt worden. Zusammen mit zwei Mitarbeitern soll er seit 2012 auf US-Boden “illegitime Aktionen gegen die Ukraine ber das Schlachtfeld hinaus” verfolgt haben, wie die Staatsanwaltschaft in New York mitteilte. Bei ihren Aktivitten nutzten die Verdchtigen demnach den Deckmantel der Organization “Institut fr Studien zur internationalen Integration”.

Streik der Logistikbranche bedroht argentinische Lebensmittelexporte

Ein Streik der Logistikbranche in Argentinien bedroht die wichtigen Agrarexporte des Landes. “Der gesamte Agrarexportkomplex ist lahmgelegt”, erklrte der Prsident der Kammer der lsaatenindustrie und des Getreideexportzentrums (Ciara-CEC), Gustavo Idigoras, am Donnerstag. Argentinien ist der weltweit grte Exporteur von Sojamehl und -l und einer der grten Exporteure fr Weizen, Sojabohnen und Mais. Doch seit vier Tagen stehen tausende Lastwagen still.

Nordkorea feiert Geburtstag von Kim Il Sung mit groen Shows

Mit Unterhaltungs- und groen Lichtshows hat Nordkorea den 110. Geburtstag von Republikgrnder Kim Il Sung gefeiert. Unklar blieb aber zunchst, ob an dem Nationalfeiertag fr den Grovater des jetzigen Machthabers Kim Jong Un eine vom Westen erwartete groe Militrparade mit womglich neuen Waffen stattfand. Auch ein neuer Raketentest oder gar ein Atomtest waren im Vorfeld von westlichen Diplomaten und Experten befrchtet worden.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/DJN/AFP/sha

(END) Dow Jones Newswires

April 15, 2022 11:30 ET (15:30 GMT)

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