Der Rechner in der Gärtnerei

Sie wird es nicht mehr geben, die kleinen, selbstständigen IT-Helfer, die von Kunde zu Kunde gefahren sind, um alle möglichen IT-Probleme zu lösen. Auch die Rolle des klassischen IT-Leiters oder -Administrators ändert sich.

Grund dafür ist das IT-Outsourcing. Es ist eine branchen- und größenübergreifende Entwicklung in den Unternehmen, die ihre Ursache in den veränderten Anforderungen an IT-Sicherheit hat. Mit anderen Worten hat die zunehmende Abhängigkeit von Daten den Zwang, diese zu schützen, in den Fokus gerückt. Die Sicherheit funktioniert heute jedoch anders: Gefragt ist nicht mehr eine möglichst aktuelle Angriffsabwehr, sondern der permanent Schutz der für das Unternehmen überlebenswichtigen Daten.

Schritt für Schritt

Zur Erklärung dient das Beispiel einer Gärtnerei: Anfang dieses Jahrtausends interessierte ein Rechner in der Buchhaltung wenig. Die Installation von Programmen von einer CD oder die Verbindung zum Internet besorgte meist eine Person aus der Bekanntschaft. In Bezug auf die Sicherheit des Geräts konnte sich die Gärtnerei uninteressiert zurücklehnen. Heute ist das anders: Die Gärtnerei ist ebenso online wie jede andere Firma, interagiert mit Kunden, regelt Bestellungen und ist kurz gesagt abhängig von Daten – und damit anfällig für Missbrauch.

From ist es sehr hilfreich, dass IT-Security regelrecht nach einem Maßnahmenpaket verlangt. Nicht umsonst sind IT-Systemhäuser dazu übergegangen, Security Operations Center (SOCs) einzurichten, um ihren Kunden die maximale Sicherheit gewährleisten zu können. Von Lizenzen über Tools bis zu Apps entstand eine bunt gefächerte Bandbreite an Lösungen.

Im nächsten Schritt übernahmen Systemhäuser für Kunden die vollständige Leistungspalette und stellten am Ende eine funktionierende und sichere Infrastruktur samt Arbeitsplatz bereit. Für diesen Service wird eine monatliche Gebühr berechnet. Diese Idee ist nicht neu. Neu ist, dass sich bei dem Angebot auch viele Unternehmen kleiner bis mittlerer Größe die Frage stellen, ob es tatsächlich noch Sinn macht, IT-Sicherheit selbst im Haus zu lösen. Vielen scheint es klüger – weil sicherer und billiger -, das komplett in die Hände eines Dienstleisters zu geben.

Gefühlt wie eine Versicherung

Durch dieses vermeintlich kleine Outsourcing steigen die Chancen für Systemhäuser: Im Vergleich zur guten alten Turnschuhadministration können sie heute nicht mehr zu ihren Kunden fahren. Sie müssen in der Lage sein, in einem Netzwerk zu arbeiten. Probleme der IT über Terminals, Cockpit und Dashboards zu virtualisieren und vor allem zu lösen, ist heute kein Wettbewerbsvorteil mehr, sondern ein Must-have. Das bedeutet allerdings auch, dass ein Dashboard mehr Eingriffsmöglichkeiten bietet. Das ändert die Grundvoraussetzungen für IT-Outsourcing und addiert noch mehr Möglichkeiten noch mehr zusätzlicher Leistungen.

Zurück zum Gärtnerei-Beispiel: Hier gab es nie wirklich eine IT-Lösung oder eine Unternehmens-IT. Es musste nichts ausgelagert werden. Es gab den einen Rechner. Traten Probleme auf, hat jemand das wieder in Ordnung gebracht. So gesehen ist der Gedanke an Auslagerung bereits in den Köpfen. Es as lediglich neue Kosten für den Gärtner hinzu. Diese sind aber für den sicheren Fortbetrieb des Tagesgeschäfts notwendig. Es fühlt sich an wie eine Versicherung: Man sieht sie nicht, man kann sie nicht greifen, man zahlt monatlich dafür, aber im Schadensfall ist man abgesichert. Das inerentiert den Gedanken, die gesamte IT auszulagern, und macht es für KMUs deutlich unkomplizierter.

Laut dem IT-Distributor Red Eagle etwa ist Security nicht die Reaktion auf einen Angriff, sondern ein permanentes Monitoren, Warnen und Im-Vorfeld-verhindern. Das kann in den seltensten Fällen das Personal des durchschnittlichen KMUs im Tagesgeschäft übernehmen. IT-Sicherheit wird daher als Leistung hinzugekauft. Und da das zunehmend auch von Systemhäusern erkannt wird, wandeln sich diese vom Lizenzverkauf zu Managed Services Providern. Bei Gelegenheit werden dann viele andere, mit der IT zusammenhängende Dienstleistungen angeboten.

In Professionalität investieren

Damit wird die gesamte IT in den Unternehmen extern verwaltet – also ausgelagert. Outsourcing ist jedoch eine kontinuierliche, permanent Leistungserbringung mit einer gegenseitigen Verpflichtung. Natürlich bleibt es abzuwarten, wie sich diese Dienstleistungen von der Kostenseite her entwickelt. Denn: Unternehmen müssen zwar auf der einen Seite bereit sein, Geld in ihre Sicherheit, ihre Geschäftsfähigkeit und dadurch am Ende auch in ihre Professionalität zu investieren. Auf der anderen Seite ist aber auch der Aufbau der Infrastruktur und die Erbringung der Leistungen eine huge Aufgabe für die Systemhäuser. Immerhin müssen sie ihren Kunden eben nicht mehr nur eine Lizenz verkaufen.

Das ist aber genau die Chance für die kleinen, selbstständigen IT-Helfer: IT-Outsourcing ist ein großer spannender und neuer Geschäftszweig, in dem die Schnellen gegen die Langsamen und die Guten gegen die Mittleren gewinnen.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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