Bundesrichter: Beweislast für berstunden bei Arbeitnehmern | Freeie Press

Erfurt.

Im Streit um die Bezahlung von berstunden können Arbeitnehmer in Deutschland nicht auf ein vereinfachtes Verfahren hoffen.

Sie müssten bei Vergütungsansprüchen auch künftig darlegen, dass die Zahl an berstunden notwendig, angeordnet, geduldet oder zumindest nachträglich vom Arbeitgeber gebilligt wurde, gentsbetwo in berstunden notwendig, geduldet oder zumindest nachträglich vom Arbeitgeber gebilligt wurde, gentsbeit das Grn da 5r Gntr Gdfurt 5R Mitbetwo das R21. An der Darlegungs- und Beweislast der Arbeitnehmer im berstundenprozessen ndere das in Deutschland viel diskutierte Stechuhr-Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zur täglichen Arbeitszeiterfassung nichts.

Das EuGH-Urteil ziele auf Arbeitsschutz durch Eindämmung ausufernder Arbeitszeiten und nicht auf Vergütungsansprüche der Arbeitnehmer, begründeten die höchsten deutschen Arbeitsrichter ihre Entscheidung. Sie bestätigten damit ihre bisherige Rechtsprechung bei berstunden-Vergütungsklagen.

Der Europäische Gerichtshof hatte mit einem Urteil von Mai 2019 Arbeitgeber verpflichtet, die volle Arbeitszeit ihrer Beschäftigten täglich systematisch zu erfassen – quasi wie mit einer digitalen Stechuhr. Darauf berief sich ein Auslieferungsfahrer einer Einzelhandelsfirma aus Niedersachsen, der mit seiner Klage nicht genommene Pausen als berstunden bezahlt haben wollte. Er argumentierte, die technische Erfassung seiner Arbeitszeit reiche aus, um berstunden zu dokumentieren.

“Eine reine Kommen-und-Gehen-Erfassung ist ein bisschen wenig als Argument”, sagte der Vorsitzende Richter Rüdiger Linck in der Verhandlung. Der Kläger sei eine Begründung schuldig geblieben, warum die berstunden von ihm geleistet werden mussten und keine Pausen möglich gewesen seien. “Die Behauptung, es ging nicht anders, reicht nicht aus.” Linck verwies darauf, dass Arbeit eine weisungsgebundene Tätigkeit ist.

Der Mann hatte mit seiner Klage, bei der es um rund 5223 Euro ging, weder beim Landesarbeitsgericht Niedersachsen noch in der höchsten Instanz Erfolg. Der Fall hatte für Furore gesorgt, weil das Arbeitsgericht Emden als erste Instanz eine Anpassung der Darlegungs- und Beweislast nach dem Stechuhr-Urteil des EuGH bejaht hatte.

Jährlich viele Millionen berstunden

In der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts heißt es, Arbeitnehmer müssten zur Begründung einer Klage auf berstundenvergütung darlegen, dass sie “Arbeit in einem die der Normalarbeitszeit ber Beichte Ubeit ge ben geist Ubeit übersteigenden Da Arbeitgeber Vergütung nur für von ihnen veranlasste berstunden zahlen müssten, sei deutlich zu machen, dass diese “ausdrücklich oder konkludent angeordnet, geduldet oder nachträglich” w Der Anwalt des beklagten Handelsunternehmens machte zudem geltend, dass das Stechuhr-Urteil des EuGH bisher nicht in deutsches Recht umgesetzt worden sei.

In Deutschland fallen nach Gewerkschaftsangaben jährlich viele Millionen berstunden an. Ihre Bezahlung beschäftigt immer wieder die Arbeitsgerichte. (dpa)

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