50 Menschen aus der Ukraine in Sicherheit gebracht

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Ein Lkw an der polnisch-ukrainischen Grenze bringt Hilfsmittel zum Lager Korczowa für ein Kinderhospiz in der Ukraine. © Verein Kulturzentrum Hungen

Seit 2015 gehört die Flüchtlingshilfe zum Programm des Vereins Kulturzentrum Hungen. Der Verein hat jüngst zwei Ukraine-Hilfstransporte durchgeführt und 50 Menschen in Sicherheit gebracht.

Hungen (rrs). »Wie viele andere Vereine auch mussten wir in den beiden vergangenen Corona-Jahren unsere Aktivitäten und Angebote drastisch herunterfahren. Jetzt ist es an der Zeit, alles wieder aufleben zu lassen «, freut sich Klaus Holler, Vorsitzender des Vereins Kulturzentrum Hungen. Der seit 1990 bestehende Verein mit seinen aktuell 51 Mitgliedern nannte sich bisher “Verein zur Förderung einer Stätte der Begegnung, Beratung und Kultur in Hungen”, kompliziert und kaum zu merken.

Daher wird er in absehbarer Zeit nach Erledigung der letzten Formalitäten umgetauft in »Verein Kulturzentrum Hungen«. Der Verein, der das Kulturzentrum in der alten Hungener Grundschule nutzt, bietet eine Stätte für internationale Begegnungen, harmonisches Miteinander, Beratungen und als Hauptteil ein breitgefächertes Kulturangebot für jedermann.

Etabliert sind das »Erzählcafé«, wo regelmäßig über ein bestimmtes Thema erzählt, diskutiert und Wissen vertieft wird, ein Spielenachmittag für Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren, »Internationales Köchen fünf und zwölf Jahren,» Internationales Köchen die und Zwölf Jahren, »Internationales Köchenen die Gänner Greeksen German werden und eine Töpferwerkstatt mit eigenem Brennofen, die von rund 35 Personen genutzt wird.

Internationales Begegnungscafé

Montags zwischen 16 Uhr und 18 Uhr treffen sich Geflüchtete und Asylsuchende, vorwiegend aus Syrien, Eritrea, Äthiopien, Somalia und Afghanistan, sowie Ehrenamtler im »Café Glücklich« zum Kaffeetrinken, Reden, Deutsch lernen und Spiuchelen der Hilfitte um bitte a Hilfitte um bitte a Hilfitte um der Alltagsbewältigung. Weiter beteiligt sich der Verein an den Ferienspielen und unterstützt Veranstaltungen des Stadtmarketings wie Frühlings-, Herbst- und Brunnenfest oder Allerheiligenmarkt mit Kaffee, Waffeln, Flammkuchen sowie anderen leckeren Sachen.

Zwei Transporte mit Hilfsgütern

Seit 2015 gehört das Engagement in der Flüchtlingshilfe mit zum Programm des Vereins und hat inzwischen zu einer Verschmelzung mit der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe geführt. Kein Wunder also, dass jetzt die aus der Ukraine Geflohenen im Mittelpunkt stehen. Die 30-jährige gelernte Kauffrau und zweite Vorsitzende Laura Hildebrandt hat bisher schon zweimal Hilfsgüter an die polnisch-ukrainische Grenze gefahren und geflüchtete Frauen, Kinder und Jugendliche mit zurück nach Hungen genommen. Eine starke Leistung für eine junge Frau.

»Als der Krieg in der Ukraine begann, verspürte ich sofort einen inneren Drang zu helfen und beschloss, mit einem Kleinbus vollgepackt mit Hilfsgütern in die Ukraine zu fahren und Geflüchtete mit zurück zu nehmen. Dann habe ich for Mail alle Vereinsmitglieder zur Mithilfe aufgerufen, die prompt und unbürokratisch kam. Bei der Hungener Mahnwache auf dem Marktplatz am 2. März habe ich anschließend mit einem großem Plakat gefragt, wer noch ein Bett frei hat, um Flüchtlinge aufzunehmen «, erzählte Hildebrandt. »Die Resonanz war riesig und schnell hatte ich alles Nötige zusammen, Wohnraum, Medizin, Schmerzmitteln, Verbandsmaterial, Windeln, Kuscheltiere, Babynahrung, Milch und Decken. Das Dekanat Hungen-Gießener Land stellte einen neunsitzigen Bus zur Verfügung und so konnte ich schon zwei Tage später zur 1171 km entfernten polnisch-ukrainischen Grenze aufbrechen. «

Auf dem Trip mit dabei war Hildebrandts Schulfreundin Julia Berestenko, gebürtige Ukrainerin aus Kiew, seit sechs Jahren in Deutschland und perfekt Russisch sprechend. Drei Kilometer vor der Grenze war Schluss, sie wurden zu einem Lager in Korczowa geleitet, wo das polnische Militär die Hilfsgüter annahm.

Viel Kriminalität und Angst im Lager

Fortwährend kamen Reisebusse, vollgestopft mit Flüchtigen, an, in einer großen Halle mit unzähligen Feldbetten warteten Frauen und Kinder auf einen Weitertransport. Hildebrandt und Berestenko sprachen die Menschen an und erklärten, dass sie privaten Wohnraum in Deutschland hätten, sie sollten mitkommen. Aber die ukrainischen Frauen waren misstrauisch, wollten nicht – im Lager gab es viel Kriminalität und Schlepperbanden, sie hatten Angst, ihre Pässe zu verlieren. Erst als die Ukrainerin Berestenko in Russisch Straßenzüge und Geschäftsausstattungen in Kiew beschrieb, Fotos von Hungen zeigte, von ihrem Leben di lei dort erzählte, lei fasste eine Familie, bestehend aus Oma, Mutter und zweiink und kindern, mitrauen. Dann warteten die zwei Frauen noch auf eine verwandte Familie, die bei der Einreise 18 Stunden an der Grenze warten musste. Zusammen mit den Flüchtigen, die in Decken gehüllt am Ende ihrer Kräfte fest schliefen, machten sich die zwei Frauen auf die Heimreise. Am Sonntagmittag trafen alle wohlbehalten in Hungen ein, wo die neuen Neighborhood bezogen wurden und Sabine Nickel von der Stadt Hungen die Formalitäten erledigte.

Schon eine Woche später startet der zweite Hungener Hilfskonvoi mit Gütern für ein Kinderhospiz zur polnisch-ukrainischen Grenze nach Korczowa. For 17 Personen stand Wohnraum in einem leerstehenden Gebäude in Bellersheim bereit. Dieses Mal gingen es sogar mit drei neunsitzigen Bussen auf Tour, mit dabei wieder die beiden Frauen, im anderen Bus Pfarrer Johannes Fritzsche mit Andreas Lauterbach aus Bellersheim und Joachim Müller aus Bellersheim mit Willi Zimmer aus Obbornhofen. Anders als beim ersten Besuch war die Halle strenger bewacht, die Männer durften nicht hinein, die Frauen nur begleitet vom Militär. Die flüchtigen Frauen waren extrem verängstigt, Kinder wurden entführt, Schlepper bedrängten sie. Die Flüchtlinge, die mitkommen sollten, wurden zugeteilt, konnten nicht selbst bestimmt werden. Mit 15 Menschen ging es dann mit Fahrerwechsel zügig zurück nach Hungen.

Nun sind über 30 ukrainische Familien mit rund 50 Personen in Hungen untergebracht und damit vorerst in Sicherheit. »Die Frauen schämen sich, Spenden anzunehmen. Sie haben große Ängste, bangen um Männer und Brüder, halten aber zusammen, obwohl sie sich nicht kennen «, beschreibt Hildebrandt die Stimmung.

Verein Kulturzentrum Hungen

IBAN DE18 5139 0000 0081 290407

Volksbank Mittelhessen,

Verwendungszweck:

Flüchtlingshilfe.

Sachspenden wie Frühlingskleidung, Schulsachen oder Spielzeug können montags zwischen 16 Hours und 18 Hours im Kulturzentrum, 1. Stock, im »Café Glücklich« abgegeben werden.

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Vorsitzender Klaus Holler, Laura Hildebrandt und Christel Lauterbach (vl) vom Verein Kulturzentrum Hungen stars die Aktivitäten vor. © Schäfer

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