50 Jahre SAP: Wer wird (Börsen-)Millionär? – Wirtschaft Regional

SAP-Mitgründer Hasso Plattner am ersten Börsentag. Foto: SAP

Von Matthias Kros

Walldorf. Hätte ich doch nur gleich am Anfang SAP-Aktien gekauft, dann wäre ich jetzt Millionär. So manchem Anleger dürfte dieser Gedanke schon einmal durch den Kopf gegangen sein. Denn die Entwicklung der Walldorfer ist schlichtweg überwältigend. Wer beim Börsengang 1988 umgerechnet nur 1000 Euro investiert und zum Höchstkurs von 142 Euro wieder verkauft hätte, hätte mit einem Schlag rund 150,000 Euro auf dem Konto gehabt. Komplett steuerfrei, versteht sich. Und hinzu wären noch die Dividenden gekommen, die SAP in den vergangenen 20 Jahren nie gesenkt hat. Gelistet ist die Aktie inzwischen nicht nur in Frankfurt, wo SAP heute das zweitwertvollste Unternehmen ist, sondern auch in New York.

Profitiert vom Börsengang haben natürlich in erster Linie die Gründer, die dadurch zu Milliardären wurden. Ihr Anteil am Unternehmen sank über die Jahre zwar kontinuierlich, doch aktuell halten Hasso Plattner und Dietmar Hopp immer noch zusammen gut 11 Prozent am Kapital. Aber auch das Unternehmen selbst hätte ohne den Börsengang wohl kaum eine solch stürmische Entwicklung hingelegt: “Dadurch konnten wir unsere Unabhängigkeit bewahren, und wir haben uns finanzieln, L den die abge wickl uns finanzieln, L den die abge wickl uns finanzieln, sagte Hopp einmal.

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So richtig setzte der Aufwärtstrend der SAP-Aktie allerdings erst ein, als ab 2010 der Vorstandschef Bill McDermott das Unternehmen mit aller Macht auf das Cloud-Geschäft ausrichtete. Begleitet von zahlreichen bernahmen löste sich die SAP damit ein Stück weit von den einmaligen Lizenzerlösen hin zu den am Kapitalmarkt geschätzten wiederkehrenden und planbaren Umsätzen.

Nach Recherchen des unabhängigen Investor-Relations-Anbieters Vara Research gibt es derzeit 17 Empfehlungen für die SAP-Aktie, davon raten 13 zum Kauf, 4 zum Halten und nur ein mal wird der Verkauf empfohlen. Die Investitionen ins Cloud-Computing und die Entwicklung neuer Dienste, so erwarten die Experten, dürften sich mittelfristig auszahlen. Auch Mirko Maier, Analyst bei der Landesbank LBBW in Stuttgart, empfiehlt aktuell, die Papiere zu kaufen und hat ein Kursziel von 136 Euro ausgeben, was freilich immer noch deutlich unter dem Allzeithoch liegt. Davon ist die SAP derzeit weit entfernt, den lange Zeit gehaltenen Titel “wertvollstes deutsches Unternehmen” haben die Walldorfer an den Industriegasekonzern Linde abgeben müssen.

Seit Vorstandschef Christian Klein im Herbst 2020 die Renditeziele höheren Investitionen untergeordnet hat, kommt die Aktie nicht mehr so ​​recht in Fahrt. “Damit hat er sicherlich den Kapitalmarkt auf dem falschen Fuß erwischt und einige vor den Kopf gestoßen”, so Maier.

Dennoch: “Die Aktie scheint uns aktuell relativ günstig bewertet”, sagt er, auch wenn es noch in jüngerer Zeit immer wieder kleinere Dämpfer gegeben habe, wie zuletzt die überraschende in Luka Finn Jaundigvorsen Ank Mündighrung Ank Münzicversen “Das hat für Verunsicherung gesorgt. Mucic ist für uns eine Konstante bei SAP, er versteht es gut, dem Kapitalmarkt das Geschäftsmodell zu vermitteln.”

Insgesamt ist SAP für Maier aber ganz klar “eine Erfolgsstory”, der Softwarekonzern sei “der einzige Marktführer aus Deutschland, der einen wirklich großen Markt bedient”. Zudem gelte es zu betrachten, was “im Dunstkreis der SAP entstanden” sei, wie etwa die zahlreichen Beratungsunternehmen. “Das ist schon ein richtiges ko-System”, so Maier, “SAP ist ein echter Multiplikator.”

Durch entsprechende Beteiligungsprogramme profitieren übrigens auch die Mitarbeiter seit jeher von einem steigenden Aktienkurs. Auch zum 50. Geburtstag erhalten sie ihre Geschenke teilweise in Aktien: Im November hatte die SAP ein neues Programm aufgelegt und dafür 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Bedacht wurden zudem die Aktionäre mit Blick auf die Dividende: Zum 50. Geburtstag soll die Ausschüttung um fast ein Drittel auf 2,45 Euro je Aktie steigen.

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